Zum thema "Deutsche Nationalhymne" habe ich hier: http://www.rheinfranken.de/index3.php?kategorie=archiv&link=Textedokumente.htm
einen sehr schönen und guten beitrag gefunden. Diesen, mit dem ausdrücklichen Wunsch die obige Netzseite zu besuchen, hier anbei:
Das Deutschlandlied ist ein urburschenschaftliches Lied und stammt von dem Göttinger Burschenschafter Heinrich Hoffmann von Fallersleben. Er lebte 1798 bis 1874. Er dichtete den Text 1841 auf der seinerzeit englischen Insel Helgoland. Politisch gehörte er der Gruppe der Freisinnigen an, einer Vorläuferbewegung des Liberalismus. Durch seine Veröffentlichungen in der Zeitschrift "Unpolitische Lieder" verlor er im Jahre 1842 seinen Lehrstuhl und seinen Beruf als Professor sowie seine Pensionsansprüche und flüchtete nach Helgoland.
Erst 1848 nach der Revolution wurde er rehabilitiert. Um die Intention und politische Haltung zu verdeutlichen die Heinrich Hoffmann von Fallersleben verfolgte soll - neben dem Text des Deutschlandliedes - auch folgender Text nicht unerwähnt bleiben, der er ein Jahr früher dichtete:
Kein Österreich, kein Preußen mehr
Ein einzig Deutschland hoch und her
Ein freies Deutschland Gott bescher
wie seine Berge fest zu Trutz und Wehr.
Im Deutschlandlied heißt es, mit gleichem Sinngehalt:
Deutschland Deutschland über alles, über alles in der Welt
Diese Zeilen stehen für den politischen Wunsch, daß ein einheitlicher Nationalstaat wichtiger sei als die deutschen Teilstaaten Preußen oder Österreich etc. Weiter heißt es:
Von der Maas bis an die Memel
Von der Etsch bis an den Belt
Diese Zeilen stehen für den geographischen Umfang Deutschlands und vor allem für die Einheit Deutschlands. Auch heute leben in diesem geographischen Raum, der über die heutige Bundesrepublik Deutschland und Republik Österreich hinausgeht, Deutsche. In den deutschen Ostgebieten (Schlesien, Pommern, , Memelland, West- und Ostpreußen) stellen die Deutschen, bedingt durch die millionenfache Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg, nur noch eine Minderheit dar. Wenn wir Burschenschafter gerade diese erste Strophe singen, halten wir damit die Erinnerung an die noch in den deutschen Ostgebieten heute lebenden deutschen Landsleute wach. Wir Burschenschafter erinnern damit aber auch gleichzeitig an die millionenfache Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg. Die dritte Strophe des Liedes bezieht sich auf die staatliche Ausgestaltung Deutschlands:
Einigkeit und Recht und Freiheit für das Deutsche Vaterland
Obwohl im Jahre 1871 nach der Reichsgründung Deutschland zumindest im Norden (ohne Österreich) vereinigt war, schrieb Heinrich Hoffmann von Fallersleben im Jahre 1874 kurz vor seinem Tod:
....und ich sang von Deutschland wieder,
sang in Freud` und Hoffnung nur
Doch mein "Deutschland über alles"
Kam und ward Maculatur.
Hieran zeigt sich, daß Heinrich Hoffmann von Fallersleben mit dem Lied vor allem liberale Gedanken verband und von der Reichsgründung enttäuscht war. Premiere hatte das Lied im Oktober 1841 anläßlich eines Fackelzuges, den die Hambacher Sänger- und Turnerschaften zu Ehre des Wortführers der badischen Liberalen, Prof. Karl Theodor Welcker, veranstalteten. Während der Revolution im Jahre 1848 wurde das Lied oft gesungen, wurde aber nicht zur Revolutionshymne, wie etwa die Marseillaise in Frankreich. Nach 1848 geriet das Lied in Vergessenheit. Erst 1890 als Helgoland wieder deutsch wurde, besinnt man sich auf das Lied zurück. Hier hat sich der Wechsel von einem Lied der Revolution zu einem in den Staat integriertem Lied vollzogen.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde bereits auf der 1919 gebildeten Nationalversammlung das Lied der Deutschen von allen Abgeordneten gesungen. Im Jahre 1922 wurde es offiziell vom Reichspräsidenten Friedrich Ebert (SPD) zur Nationalhymne erklärt; Zitat von Ebert: "...so wie einst der Dichter, so lieben wir heute 'Deutschland über alles'. In Erfüllung seiner Sehnsucht soll unter den schwarz-rot-goldenen Fahnen der Sang von Einigkeit und Recht und Freiheit der festliche Ausdruck unserer vaterländischen Gesinngung sein...".
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurde das Singen der zweiten und dritten Strophe per Erlaß verboten. Ursprünglich wollte man das ganze Lied verbieten, schreckte aber wegen dessen großer Popularität davor zurück. Die erste Strophe durfte nur noch zusammen mit dem Horst-Wessel-Lied gesungen werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbot der Alliierten Kontrollrat zunächst das Singen des Deutschlandliedes. Erst 1952 - nach einem Briefwechsel von Adenauer und Heuss - erklärte Heuss das Lied der Deutschen zur Nationalhymne: "...gesungen wird die dritte Strophe...".
Heute findet man häufig die Aussage, daß mit einem Briefwechsel zwischen Bundespräsident Richard von Weizäcker und Bundeskanzler Helmut Kohl 1991 nach der Wiedervereinigung die Nationalhymne insofern geändert worden sei, daß nur noch die dritte Strophe des Deutschlandliedes die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland sei. Entgegen dieser allgemein verbreiteten Variante der Geschichtsschreibung sagen die Originaltexte des Briefwechsels etwas anderes aus: In erster Linie wird durch den Briefwechsel festgelegt, daß "Das Lied der Deutschen" nunmehr auch für das vereinigte Deutschland gilt. Darin kann die eigentliche Intention des Briefwechsels gesehen werden. Die besondere Bedeutung der dritten Strophe wird zwar klar herausgestellt und sie wird auch als "Nationalhymne für das deutsche Volk" bezeichnet. Dennoch findet sich aber im Brief des Bundespräsidenten an den Bundeskanzler der einfach verständliche Satz: "Als ein Dokument deutscher Geschichte bildet es (Das Lied der Deutschen) in allen seinen Strophen eine Einheit." - Ein Verbot sprach er nicht aus und wurde auch nie erlassen!
Wir Burschenschafter singen bis heute das Deutschlandlied weniger als Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland, sondern vor allem als das Lied der Urburschenschaft, da es wie kein anderes Lied die nationalen und liberalen Gedankenn zum Ausdruck bringt, die Teil der burschenschaftlichen Bewegung bis heute sind.
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