Preußen

Alles zu Preußen und anderen Reichsländern
 
StartseiteStartseite  PortalPortal  FAQFAQ  AnmeldenAnmelden  LoginLogin  

Austausch | 
 

 Tannenberg und andere Dinge

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
AutorNachricht
Admin
Generalfeldmarschall
Generalfeldmarschall


Männlich
Anzahl der Beiträge: 1387
Alter: 44
Ort: Berlin
Arbeit/Freizeit: Ost-Preußen
Anmeldedatum: 31.08.07

BeitragThema: Tannenberg und andere Dinge   Mo Jul 05, 2010 9:32 am


KONFERENZ:
Tannenberg und „Die Kreuzritter“



Ein nationaler Mythos im Visier




POTSDAM
- Denkt der Deutsche an große Schlachten, fällt ihm Stalingrad
ein, Verdun, vielleicht auch Königgrätz. Aber Tannenberg? Am 15. Juli
1410 fand dort, im ehemaligen Ostpreußen, eine der größten Schlachten
des Mittelalters statt. Der bis dato mächtige Deutschritterorden
unterlag einem Heer aus Polen und Litauern. Gerade für unsere östlichen
Nachbarn wurde Tannenberg damit zum Symbol ihrer Nationenwerdung.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa in
Potsdam beschäftigt sich nun ausführlich mit der Schlacht.
Wissenschaftler aus vier Nationen diskutieren an diesem Wochenende
darüber, wie das historische Ereignis die kulturelle Identität von
Deutschen, Polen und Litauern geprägt hat. Tomas Schulz, Historiker des
Kulturforums, sagt: „Wir wollen die Problematik Tannenberg einem breiten
Publikum nahebringen und die europäischen Dimensionen aufzeigen.“

Bis heute ist Tannenberg ein Nationalmythos, um
den heftig gerungen wird. So stritten sich Polen und Litauer
jahrhundertelang darum, wer von beiden den entscheidenden Anteil am
Schlachtgeschehen hatte. Während die Litauer ihr Kampfgeschick unter
Großfürst Vytautas rühmten, hielt sich auf polnischer Seite die These,
die Balten hätten sich aus Feigheit einfach vom Schauplatz entfernt. In
Wahrheit sei der polnische König Wladislaw II. Jagiello für den Sieg
verantwortlich. Ein Stachel, der bei den Nachbarn tief saß. Erst 1963
entdeckte der schwedische Historiker Sven Ekdahl ein Dokument, das die
polnische Variante widerlegte: Zwar entfernten sich die Litauer
zunächst, doch aus militärtaktischen Gründen. Wenig später kehrten sie
zurück und hatten entscheidenden Anteil am Ausgang der Schlacht.

Zugleich gilt Tannenberg als Synonym dafür, dass
Geschichte sich wiederholt. Ende August 1914 kam es dort zu einem
weiteren großen Gefecht, diesmal zwischen deutschen und russischen
Truppen. Für die rechten Kräfte in der Weimarer Republik und später auch
für die ZENSUR ein gefundenes Fressen: Sie feierten den Sieg der 8.
Armee unter General Paul von Hindenburg als germanische Heldentat. Nach
dem Zweiten Weltkrieg nutzte dann das kommunistische Polen Tannenberg
für seine antifaschistische Propaganda. Über die Zeit wurde das
Geschehen politisch instrumentalisiert und ideologisch überhöht. Tomas
Schulz sagt deshalb auch: „Es geht uns nicht darum, die Schlacht zu
feiern, sondern uns anlässlich des 600. Jahrestages kritisch damit
auseinanderzusetzen.“

Zum Auftakt zeigt das Filmmuseum Potsdam heute
Abend „Die Kreuzritter“, ein Werk des polnischen Regisseurs Aleksandar
Ford. Am Samstag folgen dann Vorträge zur Rezeption des Mythos in
Deutschland und Litauen und zu seinem Einfluss auf die bildenden Künste.
Gefragt wird etwa nach der Rolle Tannenbergs im Werk des
Historienmalers Jan Matejko oder auch in Siegfried Wagners Oper „Der
Schmied von Marienburg“.

Als ein Aufruf zur Verständigung betrachtet der
Tannenberg-Spezialist Sven Ekdahl, der seit 30 Jahren in Berlin lebt,
die Konferenz: „Die Deutschen sollten versuchen, sich in die
Gedankenwelt der Nachbarn hineinzuversetzen und auch sehen, welche
Geschichte die Polen oder Litauer beschäftigt.“

Tannenberg-Grunwald-Žalgiris 1410-2010.
Schlachtfeld der Nationalmythen. 2. bis 3. Juli, Filmmuseum Potsdam/Haus
der brandenburgisch-preußischen Geschichte, Am Neuen Markt 9, 144467
Potsdam, 10-17 Uhr. www.kulturforum.info (Von Christoph Cöln)

http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/beitrag/11837685/63369/Ein-nationaler-Mythos-im-Visier-Tannenberg-und-Die.html

_________________
"Gerechtigkeit ist dort, wo Recht ist!"
Nach oben Nach unten
Nutzerprofil anzeigen http://preussen.forum8.biz
Gast
Gast



BeitragThema: Re: Tannenberg und andere Dinge   Mo Jul 05, 2010 10:47 am

Genau, das ist der Punkt, den ich mit meinem vorangegangenen Artikel meine.
Wer sich mit Preußens Geschichte beschäftigt hat, der kennt die Jahreszahl 1410 und Tannenberg. Für Detailanalysen habe ich derzeit leider keine Zeit (und auch keinen Nerv).
Ich hatte kürzlich ein ausführliches Gespräch mit Freunden zu Themen der Gegenwart. Wenn man dabei preußische Luft atmen kann ist das gut, aber wir haben 6 Stunden diskutiert, gestritten und uns ausgetauscht. Geschichtliche Themen waren (leider) nicht dabei. Zu bewegt ist unsere Gegenwart und erwartet von jedem schnelle Entschlüsse, da es um existenzielle Entscheidungen geht. Ich lebe heute und jetzt!
Nach oben Nach unten
 

Tannenberg und andere Dinge

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 1

 Ähnliche Themen

-
» 1000 Dinge die kein Geld kosten...
» Die etwas andere Art, zu kochen
» Unglaubliches 5:0 - Barcelona ist das Maß aller Dinge"....
» Andere Ausdrücke für Gefühle?
» Andere Völker - Andere Sitten....

Forenbefugnisse:Sie können in diesem Forum nicht antworten
Preußen :: Ostpreußen :: Weiteres zu Ostpreußen-