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| | fand keinen Titel hier für.. vieleicht fällt euch einer ein | |
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Chelle Unteroffizier


 Anzahl der Beiträge: 113 Alter: 47 Ort: Berlin Arbeit/Freizeit: Musik, Geschichte, Genealogie Laune: habe meine Gesinnung gefunden: So gehtes nicht weiter!!! Anmeldedatum: 14.09.09
 | Thema: fand keinen Titel hier für.. vieleicht fällt euch einer ein Mi Jan 20, 2010 11:08 am | |
| AUGUST v. MACKENSEN "DER LETZTE HUSAR" (6.12.1849 - 8.11.1945)
Tabellarischer Lebenslauf zusammengestellt von Nikolas Dikigoros
1849 6. Dezember: Anton Ludwig Friedrich August Mackensen wird als ältestes von drei Kindern des Gutsverwalters Ludwig Mackensen auf Haus Leibnitz im Kreis Wittenberg (in der preußischen Provinz Sachsen, dem heutigen Sachsen-Anhalt) geboren.
1859-65 Mackensen besucht das Real-Gymnasium in Torgau.
1865-68 Mackensen besucht die "Franckeschen Stiftungen" in Halle a. d. Saale.
1868 Mackensen verlässt die Schule ohne Abschluss mit dem Wunsch, Berufsoffizier zu werden, wird jedoch als dafür untauglich abgewiesen und beginnt eine Landwirtschaftliche Lehre ("Praktikum").
1869 Mackensen absolviert seinen obligatorischen Wehrdienst als "Einjährig-Freiwilliger" beim 2. Leibhusaren-Regiment Nr. 2 in Lissa und geht als Gefreiter der Reserve ab.
1870 Mackensen nimmt am Deutsch-Französischen Krieg teil.
August: Nach einem Gefecht bei Toury wird Mackensen das Eiserne Kreuz verliehen und er wird zum Seconde-Lieutenant der Reserve befördert.
1871 Das Deutsche Reich wird gegründet. Mackensen beginnt ein Studium der Landwirtschaft an der Universität Halle.
1873 Mai: Mackensen bricht sein Studium ab und tritt als Seconde-Lieutenant in den aktiven Militärdienst der preußischen Armee ein.
1876 Juli: Mackensen wird zum Premier-Leutnant befördert.
1879 Mackensen heiratet die Schwester eines 1870 gefallenen Regimentskameraden, Dorothea ("Doris") v. Horn, mit der er drei Söhne und zwei Töchter hat. (Hans Georg wird 1938-43 Botschafter in Italien, Eberhard 1941-44 General der Panzertruppen und Divisionskommandeur.) Die Ehe mit der Tochter eines hohen preußischen Beamten ebnet ihm den Weg zu einer glänzenden Karriere.
1882Mackensen wird zum Rittmeister befördert und zum Großen Generalstab abkommandiert, ohne die Kriegsakademie besucht zu haben. 1884 Mackensen wird zum VII. Corps nach Münster versetzt.
1887 Mackensen wird als Schwadronführer zum 9. Dragonerregiment nach Metz (Elsass-Lothringen) versetzt.
1888 Oktober: Mackensen wird zum Major befördert und zum Stab der 4. Kavallerie-Division nach Bromberg (Posen) versetzt.
1891 Februar: Mackensen wird zum Adjutanten des Generalstabschefs Graf Schlieffen ernannt.
1892 Mackensen verfasst eine zweibändige Regiments-Geschichte der "Schwarzen Husaren", durch die der junge Kaiser Wilhelm II auf ihn aufmerksam wird.
1894 Mackensen wird zum Kommandeur des 1. Leibhusaren-Regiments in Danzig (Westpreußen) ernannt und zum Oberst befördert.
1898 Mackensen wird zum Flügel-Adjutanten Kaiser Wilhelms ernannt.
1899 Mackensen wird von Kaiser Wilhelm geadelt (v. Mackensen).
1901 v. Mackensen wird zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur der Totenkopf-Brigade in Danzig ernannt.
1903 v. Mackensen wird zum Generalleutnant befördert und zum General-Adjutanten Kaiser Wilhelms ernannt.
1905 Dorothea v. Horn stirbt; v. Mackensen heiratet in zweiter Ehe Leonie v. d. Osten.
1908 v. Mackensen wird zum General der Kavallerie befördert und zum Kommandierenden General des XVII. Armeecorps ernannt.
1914 v. Mackensen wird nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs zunächst als Oberbefehlshaber der 9. Armee an der Ostfront eingesetzt.
Für die Kämpfe um Warschau wird er mit dem preußischen Verdienstorden "Pour le Mérite" ausgezeichnet und zum Generaloberst befördert.
1915 v. Mackensen vertreibt als Oberbefehlshaber der 11. Armee die russischen Armeen aus Polen, das ein Jahr später unter deutschem Schutz unabhängig wird, und aus Galizien.
Juni: v. Mackensen wird für die Wiedereroberung der Festungen Przemysl und Lemberg mit dem Orden vom Schwarzen Adler ausgezeichnet und zum General-Feldmarschall befördert.
September: v. Mackensen erhält das Oberkommando an der Serbien-Front.
5. Oktober: Britische Truppen überfallen das neutrale Griechenland und installieren in Saloniki eine Marionetten-Regierung unter dem kretischen Abenteurer Elevthérios Venizélos.
24. November: v. Mackensen schließt die Eroberung Serbiens ab; die Reste der serbischen Armee können jedoch über Albanien und Korfu nach Saloniki entkommen.
Dezember: Auf einer Strategie-Besprechung im makedonischen Üsküp (Skopje) zwischen v. Mackensen, den Generälen v. Seeckt und v. Falkenhayn sowie dem Kronprinzen von Bulgarien werden für den weiteren Verlauf des Krieges entscheidende Weichen falsch gestellt: Sie vereinbaren, auf die Befreiung Griechenlands - die damals noch mit relativ geringem Aufwand möglich gewesen wäre - zu verzichten. Statt dessen soll der militärische Schwerpunkt im kommenden Jahr auf einen Abnutzungskrieg in Frankreich (Verdun) gelegt werden, obwohl die Mittelmächte ihren Gegnern an Menschen- und Materialmenge deutlich unterlegen sind und sich einen solchen Abnutzungskrieg am wenigsten leisten können.
1916 August: Nach Anfangserfolgen der russischen "Brussilow"-Offensive erklärt Rumänien den Mittelmächten - mit denen es theoretisch verbündet war - den Krieg und fällt in Siebenbürgen ein (das ihm die Bündnis-Mächte als Kriegsbeute versprochen haben).1 v. Mackensen erhält das Oberkommando über schnell zusammen gewürfelte deutsche, österreichische und bulgarische Truppen("Heeresgruppe Mackensen") an der Rumänien-Front.
1917 v. Mackensen gelingt es, Rumänien fast vollständig zu erobern; er wird dafür mit dem Großkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet und zum Militär-Gouverneur von Rumänien ernannt.
1918 September: Während Russland nach der Machtergreifung der Kommunisten aus dem Krieg ausgeschieden ist und die Front im Westen trotz Eingreifens frischer US-Truppen auf der "Siegfriedlinie" gehalten werden kann, bringt eine Offensive der Bündnis-Truppen von Saloniki aus die Makedonien-Front der Mittelmächte binnen weniger Tage zum Einsturz. Damit ist der Krieg praktisch verloren.
2Oktober: Bulgarien und die Türkei kapitulieren; Österreich-Ungarn löst sich auf; Deutsch-Österreich bittet um Waffenstillstand. November: Nach dem Waffenstillstand wird v. Mackensen in ein englisches Konzentration camp in Saloniki verschleppt.1919 November-Dezember: v. Mackensen gelingt die Flucht zurück nach Deutschland, wo er infolge des (im Juni unterzeichneten) Friedensdiktats von Versailles ebenso wie Kaiser Wilhelm als "Kriegsverbrecher" gesucht, aber nicht an die Alliierten ausgeliefert wird. Aus der Armee wird er selbstverständlich (schon aus Altersgründen, er ist jetzt 70) entlassen. Eine Pension erhält er nicht.
1920-1933 v. Mackensen bettelt sich bei verschiedenen Veteranen-Verbänden durch.
1933 Nachdem Reichspräsident Paul v. Hindenburg nach drei Jahren Kanzler-Diktatur ohne parlamentarische Mehrheiten den Führer der Mehrheitsfraktion im Reichstag Adolf Hitler zum Reichskanzler berufen hat, wird v. Mackensen vollständig rehabilitiert und zum preußischen Staatsrat h.c. ernannt. Er erhält ein Rittergut in der Uckermark als Dotation; in Berlin-Schöneberg wird eine Straße nach ihm benannt.
1936 v. Mackensen dient in seiner alten Regiments-Uniform der Totenkopf-Husaren als Maskottchen der Olympischen Spiele von Berlin, als malerisches Fotomotiv für ausländische Touristen und als Modell für Zinnsoldaten.
1939 September: Nach Beginn des Polenfeldzugs erklären Großbritannien und Frankreich dem Deutschen Reich den Krieg (nicht aber der Sowjetunion, obwohl die Rote Armee aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts ebenfalls in Polen einmarschiert), der sich zwei Jahre später zum Zweiten Weltkrieg ausweiten soll. v. Mackensen lässt sich von der "Bekennenden Kirche" einspannen, um öffentliche Briefe gegen angebliche deutsche Kriegsgreuel in Polen zu verfassen. (Von den voraufgegangenen polnischen Greueln gegen Volksdeutsche in Polen schreibt er nichts.) Dennoch fällt er offiziell nicht in Ungnade.
Dezember: v. Mackensens 90. Geburtstag wird als Staatsakt gefeiert. Er ist nach Hindenburgs Tod der einzige überlebende deutsche Feldmarschall des Ersten Weltkriegs und der einzige der Landstreitkräfte überhaupt. [Vor der "Feldmarschall-Inflation" nach dem Frankreich-Feldzug bekleiden einen entsprechenden Rang sonst nur der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring (seit Februar 1938) und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Erich Raeder (Großadmiral seit April 1939).]
1941 Mai: v. Mackensen nimmt als Ehrengast an der Beerdigung Wilhelms II in Doorn teil.
1942 v. Mackensen lässt sich erneut von der britischen Gräuelpropaganda einspannen, indem er den gefälschten "Mölders-Brief" verbreitet, der suggerieren soll, dass der im Vorjahr bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommene General der Jagdflieger als gläubiger Katholik die National-Sozialisten als "Ungläubige" abgelehnt habe und daher von diesen "verunfallt" worden sei.
1945 8. November: August v. Mackensen stirbt in einem britischen konzentration camp bei Celle an Unterernährung, bevor ihm der Prozess als "Kriegsverbrecher" gemacht werden kann.
****************************************************************** Nachtrag 1998 v. Mackensen ist in der BRD allmählich verdrängt und vergessen worden. Nach der rot-grünen Machtergreifung stellen willfährige "Historiker" fest, dass er zwar kein Freund der ZENSUR, aber auch kein Widerstandskämpfer war. Ob seines angeblichen Antisemitismus will man seinen Namen auslöschen und sein Andenken in exemplarischer Weise schänden, indem man die Berliner "Mackensen-Straße" in "Else-Lasker-Schüler-Straße" umbenennt, nach der 1945 in Jerusalem verstorbenen dichtenden Ex-Schwägerin des ehemaligen jüdischen Schachweltmeisters Emanuel Lasker. (Ein peinlicher Fehlgriff, denn die Laskers waren - was die Sozis nicht wussten - ausgesprochene deutsche Patrioten und ebenso kaisertreu wie v. Mackensen.)
1999 v. Mackensens 150. Geburtstag vergeht unbeachtet. Der alte Totenkopf-Husar sitzt zwischen allen Stühlen: Die Rechten wollen wegen seiner Hetzbriefe von 1939 nichts mehr von ihm wissen; Monarchisten gibt es keine mehr; in den von Linken kontrollierten staatlichen Medien der BRD DDR darf sein Name nicht mehr erwähnt werden; schon seit 1996 gibt es in Karlsruhe keine "Mackensen-Kaserne" mehr; und die Kirche (nicht nur die "bekennende Kirche", die es auch nicht mehr gibt) hat statt seiner einen kauzigen Ex-U-Boot-Kommandanten aus dem Ersten Weltkrieg zu ihrem Aushängeschild erkoren, Pastor Martin Niemöller ("Ich-bin-gegen-alles-Martin" - gegen die Weimarer Republik der "Novemberverbrecher", gegen das Dritte Reich der "Nazis", gegen die BRD der "Christ-Demokraten" und gegen den Weltkirchenrat - nachdem er zunächst für sie alle tätig war).
2001 Die Mackensen-Biografie von Theo Schwarzmüller erscheint unter dem irreführenden Titel "Zwischen Kaiser und Führer" - Alternativen, vor denen Mackensen nie stand (auch zeitlich nicht, denn er war wesentlich älter als beide) und zwischen denen er nie die Wahl hatte. *********************************************************** Erklärung zum Mölder-BriefBeim Möldersbrief handelt es sich um ein gefälschtes Schriftstück, das im Januar 1942, unmittelbar nach dem Unfalltod des populären Luftwaffenoberst Werner Mölders, in Umlauf gebracht wurde und sich in kürzester Zeit verbreitete. In dem Brief an den katholischen Propst von Stettin, weist sich der Kriegsheld und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes kurz vor seinem Tod scheinbar als gläubiger Katholik mit einer tiefen religiösen Überzeugung aus.
In zahllosen Abschriften tauchte dieses Schriftstück im gesamten deutschen Reichsgebiet und an der Front auf. Der Brief wurde vor allem von katholischen und evangelischen Bevölkerungsschichten aufgegriffen und wurde als eindrucksvolles Dokument des katholischen Widerstandes gegen das NS-Regime interpretiert.
Der Brief lieferte auch Zündstoff für das Gerücht, Mölders sei wegen seiner katholischen Gesinnung im Rahmen des antichristlichen Feldzugs der NSDAP im Auftrage Himmlers abgeschossen worden. Diese Version des Flugzeugabsturzes erschien glaubwürdiger als die offizielle, es habe sich um einen Unfalltod gehandelt.
Die Wirkung des Möldersbriefes war enorm und ließ sich auch dadurch nicht stoppen, dass die Nationalsozialisten den Brief sofort als Fälschung entlarvten, indem sie nachwiesen, dass jener Propst von Stettin in Wirklichkeit gar nicht existierte. Der Brief wurde zur Legende und hatte vor allem in katholischen und evangelischen Kreisen eine hohe Publizität. Der Brief löste große Nervosität bis in die höchsten Spitzen des Regimes aus. Ein Kopfgeld von 100.000 RM war für die Ergreifung des Verfassers ausgesetzt. Auf Vervielfältigung und Weiterverbreitung des Briefes standen Verhaftung und Einweisung in ein Konzentrationslager.
An die Echtheit des Möldersbriefes wurde in Deutschland auch nach dem Krieg noch lange geglaubt. Erst im Jahre 1962 räumte der britische Geheimdienst Secret Intelligence Service ein, den gefälschten "Möldersbrief" seinerzeit lanciert zu haben. |
|  | | Admin Generalfeldmarschall


 Anzahl der Beiträge: 1382 Alter: 44 Ort: Berlin Arbeit/Freizeit: Ost-Preußen Anmeldedatum: 31.08.07
 | Thema: Mackensen Mi Jan 20, 2010 5:40 pm | |
| Sehr gut DANKE!
Bei mir in der Nähe gab es eine Mackensen Kaserne der BW. Da das aber zu ZENSUR war, hat man sie umbenannt.
Wie krank kann ein Gehirn eigentlich werden bevor es platzt? _________________ "Gerechtigkeit ist dort, wo Recht ist!"
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|  | | otto Leutnant


 Anzahl der Beiträge: 237 Alter: 56 Ort: Calbe Arbeit/Freizeit: Manager Laune: preussisch Anmeldedatum: 30.07.09
 | Thema: Re: fand keinen Titel hier für.. vieleicht fällt euch einer ein Mi Jan 20, 2010 11:20 pm | |
| Guter Beitrag! Wie wäre es mit "Biographie eines Aufrechten". Es gibt sie auch heute noch, man muss nur genau hinschauen. Leider und zum Glück unbemerkt von der ÖFFENTLICHKEIT. Ich habe in Deinem Artikel etwas gelernt - hattest Du sicher unbewußt eingebaut, aber trotzdem DANKE!! Gruß Otto |
|  | | kabelhack Major


 Anzahl der Beiträge: 381 Alter: 37 Ort: Fern der Heimat und doch zuhaus in Preussen Arbeit/Freizeit: Recht und Gerechtigkeit Laune: immer besser ;) Anmeldedatum: 30.09.08
 | Thema: Re: fand keinen Titel hier für.. vieleicht fällt euch einer ein Do Jan 21, 2010 11:42 am | |
| Finde ich auch sehr gut . da gibt es doch sicher noch andere ( "Biographie eines Aufrechten"). Heut kennt keiner mehr solche Menschen , schade eigentlich . _________________ Niemand ist frei, der über sich selbst nicht Herr ist
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|  | | Chelle Unteroffizier


 Anzahl der Beiträge: 113 Alter: 47 Ort: Berlin Arbeit/Freizeit: Musik, Geschichte, Genealogie Laune: habe meine Gesinnung gefunden: So gehtes nicht weiter!!! Anmeldedatum: 14.09.09
 | Thema: Die Generalität Friedrich des Großen Fr Jan 22, 2010 1:25 am | |
| Die Generalität Friedrich des Großen
Gesamtzahl
Friedrich der Große übernahm von seinem Vater 37 Generale, 3,1% des Offizierkorps, deren Zahl 1715 noch 61 betragen hatte. Er selbst beförderte von 1740 bis 1763 insgesamt 274 Stabsoffiziere zum General, darunter 25 Fürsten, ein Zehntel. Damit stieg der Anteil der Generalität während des »Kriegs-Abschnittes« seiner Regierungszeit auf 5 bis 6% des Offizierkorps, bei mehr als einem Fünftel an blutigen Verlusten wirklich berechtigt. Trotz Verdopplung des Offizierkorps bis 1786 machte er von 1763 bis 1786 nur 195 Offiziere zum Generalmajor, dabei 12 Fürsten, deren Anteil sich praktisch halbierte.
Grumbkow
Neben der Vergrößerung seiner Armee, die neue Generalsstellen brachte, waren rund 120 Abgänge von Generalen zu ersetzen, so daß ihr Prozentsatz am Offizierkorps auf 3,5 sank, fast wie 1740 und Friedensanteil. Insgesamt sprach er in seiner Regierungszeit 469 Beförderungen zum General aus, davon 37 Fürsten, mit 8,56% praktisch dem Aufstiegsanteil von Bürgerlichen gleich. Wie rasch die Führungskräfte verschlissen wurden, zeigt die Feststellung, daß von 250 Generalen und Stabsoffizieren der Rangliste von 1737 nur fünfzehn Jahre später bereits 197 ausgeschieden oder gestorben waren, fast vier Fünftel!
Aufstieg von Bürgerlichen und Mannschaften
Wenn von den bis 1763 ernannten Generalen 23, d.s. 8,39%, zunächst Bürgerliche waren, dann müßte ihr Anteil beim Eintritt eigentlich um ein Drittel oder gar die Hälfte höher gewesen sein, denn bei weitem nicht alle konnten bis zum Spitzen-Dienstgrad aufsteigen. Darunter finden sich viele bekannte Namen wie Alemann, Amstel, Bosse, Bünting, Gettkandt, Goeckingh, Goetze, Gröling, Günther, Heising, Holtzendorff, zweimal Holtzmann, Hohnstock, Lehmann, Mayer, Meinicke, Möhring, Moller, Pletz, Pritz, Rampusch, Rohdich, Rudorff, Ruesch, Salémon, Schöning, Schultze, Stollhoffen, Stolpen, Tempelhoff, Uchtländer, Voigt, Werner und Wunsch bis 1786. Nach 1763 gab es noch 12 ehemals bürgerliche Generale (6,15%), denen bis 1806 ebenso 16 folgten, insgesamt 51. Es gab eine Fülle von Begabungen unter ihnen. Da die Anteile in beiden Zeitabschnitten aber über dem bürgerlichen Anteil von 11 Stabsoffizieren bei 211 im Jahre 1740 lagen, muß man bei diesen Offizieren auf eine stärkere Leistungsmotivation schließen, die zur überdurchschnittlichen Bewährung führte, so daß sie dann in der Generalität im Verhältnis überrepräsentiert waren. Die hohen Ausfälle an Offizieren zwangen einfach dazu, vermehrt Bürgerliche als Offizieranwärter einzustellen, wenn bis 1758 rd. 2500 Gesamtausfälle eintraten, 1759 1328 weitere, 1760 wieder 771 verlorengingen. Insgesamt gab es mit Sicherheit über 4000 Ausfälle, davon mindestens 1600 Tote. Als es ab 1763 um die Reduzierung und Erneuerung der Armee ging, sank der bürgerliche Anteil bei Stabsoffizieren und Generalen bis 1786 auf 22 zu 689 Adligen (3,1%), repräsentierte sich aber in der Generalität doppelt so stark mit 6,15%. Aus dem Mannschaftsstand »von der Pike auf« dienten sich bis 1763 insgesamt 24 Generale (9,64%) hoch. Darunter gab es auch Adlige. In der Friedens-Periode bis 1786 schafften diesen Weg nur noch 13 (6,66%), ein Drittel weniger. Ohne Bewährung im Kampf bleibt dieser Aufstieg natürlich erheblich schwieriger, zudem sorgten die vermehrten Kadettenanstalten für mehr Nachwuchs.
Vorbildung Vor Friedrich Wilhelm I. hatte nur etwas mehr als ein Viertel, unter dem Soldatenkönig die Hälfte höhere Schulen besucht, 39 waren Kadetten, 52 Pagen. Es war neu, daß die jungen Adligen statt Kavaliersreisen gemäß der kgl. Instruktion vom 30. Juni 1740 in Kadettenanstalten eintraten, wo sie zum Königtum und für die Armee erzogen wurden, oder als Pagen dienten, die für Offizierstellen vorgesehen und mit ihrer Bildung den anderen gleichgestellt waren, oder aus Ritterakademien, Gymnasien oder Universitäten kamen.
Viele Offiziere hielten Verbindung zu den Universitäten, viele Studenten traten nach dem Patent Friedrich Wilhelm I. vom 23. Juli 1732 für Halle in die Armee ein. Bis 1763 waren unter den beförderten Generalen (mit Fürsten und ihrer Prinzenerziehung) 29 ehemalige Kadetten (10,58%), 19 frühere Pagen (6,93%) und 55 aus höheren Schulen (20,07%), insgesamt mit 103 und 37,58% weit über ein Drittel aller Generale. Bis 1786 hatten sich die Zahlen mit 46 einstigen Kadetten im Verhältnis auf 23,59% mehr als verdoppelt, mit 20 aus dem Pagendienst auf 10,25°h erhöht, mit 27 Abgängern aus höheren Schulen aber auf 13,84% verringert. Insgesamt waren es jetzt 93 Generale mit 47,68%, d.h. fast die Hälfte der neu beförderten Generale besaß eine gute Bildung, aber sie fand jetzt sehr viel stärker innerhalb von Hof und Armee statt.
Dohna-Carwinden
Die Kadettenanstalten waren seit 1759 durch Buddenbrock erheblich verbessert worden: er leitete seit dem 1. März 1765 die neue »Académie civile et militaire« als höhere Ritterakademie, die auf dem Kadettenkorps aufbaute und deren Abgänger zu 95% in die Armee eintraten. Das war der Beginn des wissenschaftlich sich bildenden Offiziers, im Rahmen der damaligen Verhältnisse.
Heimat
Nach ihren Geburtsorten kamen die vom König zwischen 1740 und 1786 zum Generalmajor beförderten Offiziere aus folgenden Heimat-Gebieten:Ost- und Westpreußen 53 (11%)
Pommern 93 (19%)
Brandenburg 132 (28%)
Mitteldeutschland 85 (18%)
Schlesien 23 ( 4%) Sachsen 5 (1%)
Franken 7 (1,2%)
Bayern 1 (0,2%)
Rheinland 24 (4,8%)
Holstein/Mecklenburg 11 ( 2%)
insgesamt 80% Stammlande insgesamt 9,2 % deutsche Länder
Polen 11 (2,2%)
Kurland 8 (1,6%)
Frankreich 8 (1,6%)
Osterreich 6 (1,2%)
Ungarn 6 (1,2%)
Schweiz 5 (1%)
Niederlande 3 (0,6%)
England 3 (0,6%)
Schweden 2 (0,4%)
Flandern 1 (0,2%)
Rußland 1 - (0,2%)
insgesamt 10,8% Europa
Katte
Daraus ergibt sich, daß zwei Drittel aller Generale aus Brandenburg, Pommern und Mitteldeutschland stammten, in einem Umkreis von 175 bis 200 Kilometer um Berlin. Nur ein Sechstel kam aus den entfernteren Provinzen Ostpreußen und Schlesien, deren Rolle sich erst ab 1770 änderte und die dann ab 1806 einen entscheidenden Einfluß erhielten. Neun Zehntel aller Generale waren Deutsche, wenn man die deutschsprachigen Länder dazu rechnet, sogar 95%. Die Zahl der echten Ausländer war in Wirklichkeit gering, zumal ausschließendes Nationalbewußtsein erst im Kommen war und der Adel im Heeresdienst noch ein europäisches Bewußtsein besaß, das vor allem im Sippen-Zusammenhang und im Verwandtschaftsbewußtsein, also familiär, begründet war, kaum politisch.
Fürsten
37 Fürsten und Prinzen, d.s. 8,56%, zählten zur preußischen Generalität dieser Zeit, wenn man zwei nicht ausgeübte Ehren-Ränge abzieht. Davon stammten 10 aus Preußen, aber 27 aus deutschen Klein-Staaten ohne Sachsen und Bayern, für die es eine Qualifizierung bedeutete, in der Armee Friedrich des Großen General zu sein. Neben je zwei aus Bayreuth und Schwedt und einem aus Schlesien waren fünf in Brandenburg geboren. Die meisten außerpreußischen Fürsten kamen mit 9 aus Braunschweig, der Konkurrenz Hannovers und familiär mit den Hohenzollern verbunden, dann je 5 aus Anhalt, Hessen und Württemberg sowie 2 aus Holstein, 1 aus Sachsen-Eisenach, also Thüringen, das preußenfreundlich war. Der Einfluß des Hauses Anhalt, verstärkt durch zwei Grafen und Wilhelm v. Anhalt, Abkömmlingen der Fürsten, war durch seine Treue und militärische Tüchtigkeit nicht minder groß als der Braunschweigs. Die Skepsis des Königs gegen Prinzen überhaupt und besonders in seiner Armee ist bekannt. Sogar über den Erziehungsplan für seinen eigenen Neffen sagte er am 21. April 1758: »Ich wünsche nicht, daß man ihm zuviel Ehrerbietung erweist. Ich lasse ihm alle Generale vorgehen. Und wenn sie ihm zuviel Hochachtung bezeigen, lasse ich durchblicken, daß Mir das mißfällt.« Ohne Frage haben sie ihm aber gute und langjährige Dienste geleistet.
Verluste Von den zwischen 1740 und 1763 ernannten 274 Generalen sind in den beiden ersten Schlesischen Kriegen 26, in den Jahren 1756 bis 1759 33 Generale, darunter 2 Feldmarschälle, und 1760/62 ein General gefallen oder im Felde an Wunden oder Krankheiten gestorben, insgesamt 60, d.h. 21,89%. Mehr als jeder fünfte General starb im Felde, außerdem 65 Stabsoffiziere. Der König, seine Generale und alle Offiziere gaben in allen Entbehrungen und Gefahren mitten unter ihren Soldaten ihr persönliches Beispiel. Diese Kampfgemeinschaft ohne Standestrennung war trotz strenger Disziplin das Geheimnis des Zusammenhaltes der Armee! Und viele Adelsfamilien bluteten richtig aus:
Von den Wedel fielen insgesamt 72 aller Dienstgrade, 58 Kleist, von 50 Hertzberg 27, die übrigen 23 wurden verwundet, bei den Belling von 23 allein 20, 16 Lettow, Münchow 14, je 11 der Blanckensee, Rohr, Schwerin, bei Billerbeck, Massow, Zitzewitz je 9, Seydlitz, Franckenberg und Schenckendorff je 8, von den Arnim, Bredow, Krosigk, Puttkamer, Schulenburg, Sydow und Winterfeldt je 7, aus 22 Familien als Beispiele schon 340 Offiziere, damit je Familie im Durchschnitt mehr als 15 Offiziere, die Fahnenjunker nicht gerechnet. Der Staatsminister v. Massow verlor von 5 Söhnen vier! Ihre Opferbereitschaft entsprang nicht nur dem Existenzkampf Preußens, sondern auch der inneren Bindung an den König.
Jeetze
Vorzeitiges Ausscheiden
Wegen Krankheit schieden von 1740 bis 1786 insgesamt 104 Generale, das sind 20,17%, vorzeitig aus dem Dienst, was der König beim tatsächlichen Erweis ohne weiteres zuließ, immerhin auch wieder mehr als jeder fünfte. Dabei spielen gewiß das noch weniger entwickelte Gesundheitswesen und das im persönlichen Leben teilweise kaum entwickelte Gesundheitsbewußtsein eine Rolle. Auf jeden Fall waren die Generale frühzeitig einem dauernd überhöhten Kräfteverschleiß, hohen gesundheitlichen Belastungen und im Feldlager auch Krankheiten und mangelnder Hygiene ausgesetzt. Man denke nur an Ansteckungen und Seuchen. Mit bequemem Leben war es in Kriegszeiten wirklich nichts, vor allem bei schlechtem Wetter, langen Märschen und Biwak im Freien ohne Feuer. Hier war der König meist sehr besorgt, gab gute Ratschläge, schickte Ärzte, half bei Kuren und bewilligte großzügig Urlaub.
Erheblich anders stand es um die vorzeitige Entlassung wegen Unwillen oder Ungnade des Königs, die oft genug das Ende der Existenz, in Ausnahmefällen ein Ausweichen in fremden Dienst bedeutete. Dieses Schicksal traf während der ganzen Regierungszeit 51 Generale, d.h. 10,87%, und damit kaum die Hälfte der durch Krankheit dienstunfähigen Generale.
Kalckstein
Bereits die alleinige Entscheidung des Königs und seine dauernde Überforderung konnten Willkür und Ungerechtigkeiten, besonders in heutigem Sinne, gar nicht ausschließen, vor allem bei seinem schnellen Urteil voll Sarkasmus und seinem nachtragenden Vorurteil, das aber frei von Rachsucht blieb. Die meisten Generale erlebten, daß scharfe Kritik, harte briefliche Zurechtweisungen und Freundlichkeiten überraschend knapp aufeinander folgten, oft schon in der Anrede, als ob er den Unwillen gezielt als Führungs- und Erziehungsmittel einsetze, am ehesten gegen hochstehende Untergebene. Damit wollte er auch demonstrieren, daß von Generalen dieselbe Disziplin und Loyalität wie von Soldaten gefordert war, besonders in der Sache, während er mit der Person behutsamer umging.
Lebensalter
Die Geburtsjahrgänge der von 1740 bis 1763 beförderten Generale zeigen folgendes: Sie umfassen in der Zeitspanne von 1671 bis 1740 69 Jahre, d.h. von 274 Generalen sind 41 noch unter dem Großen Kurfürsten, dem Urgroßvater des Königs, geboren, 186 unter König Friedrich I. und 47 unter dem Soldatenkönig. Die meisten gehörten zum Jahrgang 1698. 68% der Generale waren älter als der König, 17% gleichaltrig oder jünger, 15% konnten seine Großväter sein. Besondere Häufungen weisen die Jahrgänge 1692 bis 1704 mit knapp 42%, 1704 bis 1711 mit knapp 22% und 1714 bis 1716 mit 7,6% auf. 1740 waren 143 Generale (52%) 40 Jahre und älter, eine Erbschaft der relativ langen Friedensperiode und der Beförderungspraxis Friedrich Wilhelm I., andererseits der Heeres-Vergrößerungen. Sie waren geprägt von den langen Kriegsjahren zwischen 1688 und 1715, den Unsicherheiten wie Preußens Aufstieg über den Kleinstaat zur europäischen Bündnismacht und dem langsamen Heeresaufbau ab 1713. Der Zeitabschnitt der Geburtsjahrgänge der zwischen 1763 und 1786 ernannten Generale begann 26 Jahre später, umfaßte von 1697 bis 1758 61 Jahre, endete also 8 Jahre früher und lag damit etwas enger zusammen. Von 195 Generalen waren 45 unter Friedrich I. und 9 ab 1740 geboren, 141 (72%) aber zwischen 1713 und 1738, daher altersmäßig dem König näher. Der Altersaufbau der Generalität hatte sich normalisiert. 96 (49%) waren zwischen 1717 und 1726 geboren und hatten noch die Friedensjahre, wenn auch mit Spannungen und gelegentlichen Mobilisierungen, und meist auch die Ausbildung unter dem Soldatenkönig erlebt. 1763 waren sie zwischen 37 und 46 Jahre alt als nachrückende Generalsgruppe, 1786 zwischen 60 und 69, bewährt in Krieg und Frieden, aber bereits merklich überaltert.
Berufsbeginn
Das Eintrittsalter als Soldat lag für die bis 1763 berufenen Generale allgemein äußerst niedrig, in Ausnahmefällen bei 9 bis 11 Jahren, auch 12 und 13. Es gab Kornetts mit 8 und 9 Jahren, heute nach zwei Jahrhunderten unverständlich, und damit Leutnante zwischen 10 und 15 Jahren, Kapitäne ab 16. Der Eintritt mit 14 bis 20 Jahren war normal, von 21 aufwärts bereits unnormal, mit etwas über 10%. Mehr als ein Drittel (37%) war mit 14 bis 16 Jahren eingetreten, fast die Hälfte (45%) mit dem auch heute noch üblichen Alter von 17 bis 20 Jahren.
Den Begriff des »Jugendalters« kannte man in dieser Zeit noch nicht; gerade Söhne des Landadels waren im Knabenalter oft schon erstaunlich gebildet und reif, aus vielen Gründen. Und besonders die Fürstensöhne traten in der Regel mit 10 bis 14 Jahren ein. Bei den nach 1763 ernannten Generalen verschob sich das normale Eintrittsalter auf 15 bis 20 Jahre, wobei der jüngere Teil bis 17 Jahre 44%, der wie heute ältere 36% ausmachten, eine deutliche Verschiebung zum frühen Eintritt. Mit über 20 Jahren traten nur 7,6% der Fahnenjunker ein, auch hier eine deutliche Abnahme. Der frühe Diensteintritt brachte reichliche Erfahrungen bei noch ziemlich jungen Lebensjahren.
Keith
Beförderung zum General
Die Dienstzeit bis zum Generalmajor war verhältnismäßig lang, für die bis 1763 beförderten Generale zwischen 29 und 44 Jahre. Es gab eine Reihe von Ausnahmen: 17 Fürsten wurden es nach 5 bis 12 Jahren, davon 13 mit 7 bis 11 Jahren, außerdem 2 nach 20 Jahren. 48 bewährte Obristen (18%) erreichten den General nach 14 bis 28 Dienstjahren, mehr als ein Sechstel, so nach 14 Jahren Kyau, Rothenburg, Konrad v.d. Goltz, nach 17 Jahren Seydlitz, Schmertzing, nach 18 Jahren Carl Christoph v. Schmettau, Friedrich Wilhelm G.A. v. Kleist, Möllendorff, nach 19 Jahren Blanckensee, Gschray, nach 20 Jahren Wartenberg, nach 25 Jahren Buddenbrock, Belling, Winterfeldt. 67,88% aller Generale waren nach dem vierundvierzigsten Jahr befördert, davon die höchste Zahl nach 34 Jahren. 45 bis 57 Jahre mußten nur 21 Generale (7,6%) warten. Im Frieden ab 1763 erreichten nur die Fürsten innerhalb von 7 bis 14 Jahren Generalsrang, während die Wartezeit für drei Viertel aller Generale sich auf 33 bis 49 Dienstjahre, also um vier bis fünf Jahre mehr, hinausschob. Nach 20 bis 32 Jahren wurden 34 Obristen (17,43%) bevorzugt befördert, davon 24 erst nach 28 Jahren Dienst. Über 50 bis 53 Jahre dienten nur 8 Generale bis zu ihrer Beförderung kurz vor ihrer Pensionierung. Die meisten Beförderungen erfolgten im 43. Dienstjahr, neun Jahre später als während der Kriegsperiode.
Beförderungsalter
Als Lebensalter der Generalmajore bei ihrer Ernennung zwischen 1740 und 1763 hatten die 25 Fürsten ein Alter zwischen 19 und 35 Jahre, davon waren 17 im Alter zwischen 24 und 31. Die Ausnahmen wegen besonderer Bewährung waren zwischen 31 und 43 Jahre alt, so z.B. Rothenburg 31, Kyau 35, Seydlitz 36, insgesamt weniger als ein Zehntel. Fast 76%, also die erdrückende Mehrheit, wurden erst im Alter zwischen 44 und 61 Jahren General. Knapp 15% erhielten diesen Dienstgrad mit 62 bis 76 Jahren bei ihrer Verabschiedung. Die Mischung von allgemeiner langsamer Beförderung und bevorzugten Einzelfällen brachte zwar Verstimmung, verschärfte aber Anreize und Konkurrenz. In der Nachkriegszeit bis 1786 verschob sich das Beförderungsalter erheblich: die Ausnahmen begannen fünf Jahre später mit 36 Jahren und gingen bis 45; ihr Anteil sank um ein Drittel auf ganze 6,7%.
H. Kleist
Die Fürsten hielten sich weiter bei 20 bis 35 Jahren wie zuvor. Die normalen Beförderungen im Alter von 46 bis 60 Jahren fielen auf 61,4%, noch nicht zwei Drittel, 14% weniger, während die Alters- und Abschiedsbeförderungen zwischen 61 und 70 Jahren sich auf 31,8% mehr als verdoppelten! Verdiente Generale blieben bis über ihre körperliche Verwendungsfähigkeit hinaus Regiments-Chefs, schon aus Versorgungsgründen, zumal durch die Inspekteure und die Aufwertung der Kommandeure ihre Bedeutung gesunken war. 1786 waren die Generale bei der Infanterie zu drei Viertel über 60 Jahre, bei den 78 Obristen nur vier unter 50, bei der Kavallerie von 32 Generalen 21 über 60, von 36 Obristen nur vier unter 50.
Diese Generale waren zeitweise jahrelang beurlaubt, nicht nur aus gesundheitlichen Gründen. Das späte Ausscheiden sparte natürlich auch Pensionen, ebenso das Hinausschieben von an sich normalen Beförderungen. Hier aber begann die gefährliche Überalterung der Generalität, die 1806 mit die Katastrophe verursachte!
Strafen
Die Anzahl der Bestrafungen von Generalen lag von 1740 bis 1763 mit 8,83% und 22 Betroffenen verhältnismäßig hoch, nicht zuletzt begründet durch hohe Belastungen und die Kriegszeiten, wobei Arrest als Disziplinierungsmittel durchaus nicht ungewöhnlich und in der Regel auch folgenlos blieb, weshalb er hier unberücksichtigt ist. Kriegsgerichtsurteile sahen neben dem Freispruch Festungshaft vor, die seit dem 18. Jahrhundert für militärische oder politische Vergehen verhängt wurde und keine Entehrung bedeutete, im Gegensatz zu Gefängnis. Sie wurde scharf und rücksichtslos angewendet — von Generalen wurde eben mehr verlangt als vom Soldaten — ihr Strafmaß war lang, wurde aber öfters vom König auf dem Gnadenwege abgekürzt oder auch nach kurzer Zeit wieder aufgehoben. In der Zeit von 1763 bis 1786 gab es nur noch 6 (3,27%) derartige Fälle, ein Drittel, obwohl sich die Armee wieder vergrößert hatte und der König schärfer verfuhr.
Gefangenschaft
In Gefangenschaft gerieten in beiden Schlesischen Kriegen 28 Generale, die bald wieder ausgetauscht wurden. 1757 fielen 8 Generale, 1758/59 5 und 1760/ 1762 wieder 8, davon 1760 4 in Kriegsgefangenschaft, insgesamt 49. Sie behielten grundsätzlich ihre Stellen in der Armee; vom Gegner wurden sie in der Regel glimpflich behandelt, allerdings von den Russen ab 1759 und von den Osterreichern ab 1760 erst nach dem Friedensschluß ausgetauscht, ein deutliches Zeichen der Verschärfung der Atmosphäre und des nahen Endes gegenseitigen Kavaliers-Respektes. Von 1763 bis 1786 wurden 14 Obristen (7,65%) befördert, die im Siebenjährigen Kriege in Gefangenschaft gewesen waren.Aufgaben der Generale
Da sich die Armee nur aus Regimentern zusammensetzte, mit denen der König direkt verhandelte, war eine der wesentlichen Aufgaben der Generale im Frieden, Chef eines Regiments zu sein, beginnend als Generalmajor, oft auf Lebenszeit. Während dieser Zeit führte es statt einer Nummer seinen Namen; sein Kommandeur, zuständig für Ausbildung und Einsatz, rangierte unter ihm. Zum 1. Januar jeden Jahres hatte der Chef dem König eine Liste aller Offiziere mit Alter, Herkunft, Laufbahn, mitgemachten Schlachten und treffenden Beurteilungen ihrer Fähigkeiten und ihres Verhaltens vorzulegen, in denen sich natürlich auch der Charakter des Beurteilenden spiegelte.
Lehwaldt
Da der König die meisten Offiziere auch kannte oder von ihnen wußte, konnte er darin Hinweise auf seine Generale selbst finden, von seinem umfangreichen Schriftwechsel mit ihnen abgesehen. Die »Inhaberschaft« eines Truppenteils war abgeleitet aus dem einstigen Besitze eines Regiments noch im 17. Jahrhundert, als der Chef es anwarb und selbst voll erhalten mußte. Obwohl sie inzwischen nur noch eine ehrenvolle Würde ohne direkte Führungs- und Befehls-Befugnisse geworden war, die der Regimentskommandeur unter seiner Aufsicht ausübte, hatte dieser Weisungen seines Chefs auszuführen mit dem Recht, notfalls nachher beim König vorstellig zu werden. Der Chef blieb aber voll verantwortlich für seine Erhaltung und Schlagkraft »als gutes und braves Regiment« und prägte es, vor allem in der Auswahl seines Offizierkorps, seiner Zucht und Weiterbildung, ja, seit 1746 in der Vorprüfung ihrer Heiratsgesuche an den König. Wiederholt hat der König zwischenzeitlich und vor ihrem Ausscheiden Generale aufgefordert, ihr Regiment in Ordnung zu bringen.
Neben aller Ehre war aber die Chef-Stelle auch eine Einnahmequelle. Der Chef erhielt als Grundeinkommen den Sold (Traktament) als Stabsoffizier, sodann höhere Rationssätze für 16 Pferde und schließlich eine außerplanmäßige Zuwendung (Douceur) als Ausgleich für Aufwand und Ausfälle in seinem Privatbesitz, z.B. auf dem Lande, von 15 bis 1600 Talern, die sich bei einem Regiment von zehn Schwadronen noch verdoppelte, so daß er jährlich insgesamt auf 5400 bis 6800 Taler kam. Hieraus mußten aber oft Schulden des Vorgängers übernommen oder Pensionen aus der Regimentskasse jahrelang abgetreten werden, bis andere Mittel zur Verfügung standen. Zugleich war der Regiments-Chef Inhaber der 1. Kompanie seines Regiments, die deshalb Leibkompanie genannt wurde. Da die Zahl der Generale bei Friedrich dem Großen die vorhandenen Chef-Stellen um mehr als die Hälfte übertraf, blieben viele Generale ohne eine Chef-Stelle, darunter sehr fähige, so daß daraus keine Qualifizierung abzuleiten war. Der König vergab sie nach Freiwerden und Gutdünken. Er beschied am 14. Dezember 1755 sogar den sehr geschätzten Generalmajor Hans Karl v. Winterfeldt, der als Generaladjutant wie der Generalquartiermeister nur 1500 Taler bekam, abschlägig: »Vor Meine Person habe ich keinen Unterschied gemacht zwischen Generals von der Armee, so Regimenter haben, und denen, so keine Regimenter haben«. Fünf Monate später hatte er eins. Im Felde führte ein Generalmajor in der Regel eine Brigade von zwei oder drei Regimentern oder ein Detachement mit besonderem Auftrag von vier bis fünf Bataillonen.
Schmettau
Hierbei war er für alle ihre Bewegungen im Rahmen der »Ordre de Bataille« verantwortlich, daß sie rasch, kampfkräftig und in der befohlenen Richtung verfügbar war, meist eine mühsame Aufgabe. Zeitweise war er als »Generalmajor vom Dienst« eingeteilt und für Marsch- und Lageraufsicht, den gesamten Wachtdienst der Armee und die Feind-Nachrichten der Aufklärung haftbar. Vor Tagesbeginn hatte er alle Außenposten zu kontrollieren und dem König frühzeitig in der »Morgenmeldung« alle eingelaufenen Nachrichten vorzulegen. Ab Generalleutnant hatten in Preußen seit 1732 die Generale Anspruch auf die Anrede »Excellence«, um sie von den Generalmajoren abzuheben. Nach 1763 bekamen viele von ihnen im Frieden territoriale Waffeninspektionen.
Im Kriege kommandierten sie in der Regel zwei Brigaden mit vier bis sechs Regimentern, die schon zum entscheidenden Eingreifen in das Geschehen fähig waren. Mitunter führten sie auch Treffen oder Flügel in der Schlachtordnung an, bisweilen auch detachierte Korps. Der Dienstgrad eines Generals der Infanterie oder Kavallerie war verhältnismäßig selten; er führte ein Korps oder einen Flügel der befohlenen »Schlachtordnung«, die laufend der Situation und Feindlage angepaßt wurde.
Von 1740 bis 1760 ernannte der König 21 Feldmarschälle aus Bewährung, Dankbarkeit und Gnade, anfangs auch ohne ein Schlachtfeld, obwohl ihre Aufgabe die Führung einer selbständigen Armee im Felde ist, als erste 1740 die Generale v. Katte und v. Schwerin, die er anschließend wie den Feldmarschall v. Borcke zu Grafen machte. Sieben der Beförderten waren Fürsten, davon drei aus dem Hause Anhalt. Es waren bewährte, lang gediente Generale, dazu einige Freunde wie Katte und Keith, und zwar 1740/42 sieben, 1745 drei, 1746 sechs, 1751/52 zwei, 1757/58 zwei und 1760 noch einer, dann keiner mehr! Im ganzen 7jährigen Kriege waren es nur drei; Seydlitz, Zieten, Bevern, Fouqué und andere verdiente Generale wurden es nicht. Die Prinzen August-Wilhelm, noch dazu zunächst Thronfolger, und Heinrich von Preußen wurden auch nicht Feldmarschälle, weil das noch lange Zeit im Hause Hohenzollern nicht üblich war. Wirklich im Felde geführt haben Schwerin, Buddenbrock, Kalckstein, Kleist, Dietrich v. Dessau, Jeetze, Keith, Geßler, Lehwaldt, Moritz v. Dessau, Ferdinand v. Braunschweig; Schwerin und Keith sind gefallen. Das Offizierkorps bildete eine geschlossene Genossenschaft innerer Gleichwertigkeit und Gleichartigkeit mit einem gemeinsamen »point d‘honneur«, zu der auch die Generalität und der König zählten, aber abgesetzt von den Unteroffizieren und Mannschaften. Deswegen gab es vom Fähnrich bis zum General keine äußeren Rangabzeichen, wenn man von der Goldstickerei der Generale und der erst 1742 eingeführten weißen Plumage an der Hutkrempe aus praktischen Gründen absieht. Die gesellschaftliche Gleichheit war sichtbar und Gegengewicht zu Gehorsam und Disziplin. Wie der im Juni 1740 vom König als blau-emailliertes Johanniterkreuz geschaffene Pour le mérite vor allem die Subaltern-Offiziere hervorhob, so bekamen den Schwarzen Adler-Orden mit dem orangen Schulterband und dem gestickten Stern in der Regel nur Generale ab Generalleutnant aufwärts.
Ausnahmen wie an Graf Rothenburg bei Chotusitz und Seydlitz bei Roßbach waren selten. Mit Ausnahme der königlichen Prinzen, für die er Hausorden ist, erhielten den »großen Orden« 98 Generale, die dann den Pour le mérite zurückgeben mußten. Natürlich gab es sehr bewährte Generalleutnante wie z.B. v. Finckenstein, v. Wunsch, v. Salémon, die leer ausgingen, obwohl der König sie schätzte. Die höchste Auszeichnung ging an die Feldmarschälle v. Dossow, v. Buddenbrock und v. Lehwaldt, die aus einem brillantengefaßten Porträt-Medaillon des Königs am blauen Bande bestand und im Knopfloch auf der linken Brustseite getragen wurde. Schwerin erhielt im November 1741 dasselbe Bild des Königs, aber nicht mehr als Auszeichnung zu tragen.
Schwerin
1740 gab es 23 Generalmajore, 13 Generalleutnante, 2 Generale der Infanterie und der Kavallerie, 5 Feldmarschälle, insgesamt 43 Generale, von denen der König 37 von seinem Vater übernommen hatte.
Ausbildung der Generale
Gleich nach dem Ersten Schlesischen Krieg begann der König, mit allen Mitteln unablässig Führung und Truppe in ihren Leistungen schrittweise zu verbessern. Am 6. Juni 1747 wies er alle Generale darauf hin, daß sie in der Lage sein müßten, sowohl Infanterie wie Kavallerie zu kommandieren.
Während die erste Generalrevue des Königs in Schlesien am 21. Juli 1743 bei Hundsfeld nordostwärts Breslau noch nach dem überlieferten Schematismus von Friedrich Wilhelm I. ablief, ging er schon im Herbst d.Js. bei Berlin und Potsdam zu ersten Übungen mit gemischten Waffengattungen über, die am 30. September mit einem großen Sturmangriff auf eine eigens am Saume der Pirschheide am Wege Potsdam-Baumgartenbrück angelegte befestigte Feldstellung endeten. Sie bildeten die Vorläufer für alle kriegsmäßigen Herbst-Manöver von 1746 bis 1755. Die Artillerie führte jährlich Scharfschießen mit Bomben und Kugelschießen nach Scheiben westlich der Stadt am Oranienburger Tor durch, wurde aber später mit in die Manöver einbezogen. Die Spezial-Revuen der Regimenter fanden nach wie vor im Frühjahr und Sommer als Abschlußbesichtigung am Ende der Exerzier-Ausbildung in den einzelnen Garnisonen in der alten Form statt, wozu gelegentlich mehrere Regimenter zusammengezogen wurden. Hier prüfte der König mit aller Schärfe die Grundausbildung und den inneren Zustand der Truppe. Ab 1748 erweiterte er jedoch die Revue, indem er dem ersten Tag des Schul-Exerzierens zwei Übungstage für Manöver anschloß, die mit Gefechtsübungen ausgefüllt waren. Seine jährliche Besichtigungsreise begann der König meist Mitte Mai in Potsdam; dann ging es nach Berlin und in die Mark Brandenburg, anschließend zu den magdeburgischen Regimentern nach Körbelitz, Pitzpuhl oder Lostau und nach Stettin oder Stargard zu den pommerschen Truppenteilen. Außer den Kommandeuren waren natürlich auch die Chefs der Regimenter anwesend. Nach kurzer Sommerpause in Sanssouci überprüfte er Ende Juli die Artillerie auf dem Wedding nördlich Berlin, um im August seine Reise nach Schlesien anzutreten. Nach Ostpreußen fuhr er nur 1750 und 1753, in die Westprovinzen 1751 und 1755.
M. Anhalt
Mit den Manövern ab Herbst 1746 führte der König neue große Übungen ein, die in erster Linie der Schulung und Ausbildung der Generale unter kriegsmäßigen Verhältnissen diente, für die es im Frieden ja gar keine größeren Verbände gab und die, wie dem König sehr wohl bewußt war, im Kriege vor erheblich größeren Herausforderungen standen, auf die sie noch nicht vorbereitet waren. Infolge längerer Friedensperioden war die Situation gegenüber der Zeit vom 30jährigen Kriege bis zu den Nordischen Kriegen grundlegend verändert.
Das hatte sich in den beiden Schlesischen Kriegen mehrfach gezeigt. Der Krieg mußte noch im Frieden in großen Manövern durchgeübt werden, so daß jeder General seine Aufgaben des Ernstfalles frühzeitig erlebte.
Diese Manöver dienten außerdem der Erprobung neuer Taktiken, Erfahrung in der Führung großer Verbände, dem Zusammenwirken der Waffengattungen, der Schulung der Kommandeure, der Gewöhnung der Truppe und der Überprüfung der Instruktionen und Reglements im praktischen Einsatz, also vor allem der Ausbildung der oberen und mittleren Truppenführung. Die Generale sollten lernen, ihre Truppen »in verschiedensten Gefechtslagen nach Absicht und Gelände zu führen, der König wollte ihr militärisches Urteil bilden, ihre Entschlußkraft stählen« und dabei ihre Fähigkeiten erproben. Der Siebenjährige Krieg erwies, daß diese intensive Ausbildung bei vielen Generalen erfolgreich gewesen ist.
Der König griff immer wieder zur Feder, um für sich und zur Belehrung seiner Generale Erfahrungen zu verarbeiten und neue Grundsätze zu entwickeln, so zu Beginn jedes neuen Kriegsjahres im Siebenjährigen Krieg, z.B. am 12. Februar und 16. März 1759. Für jede besondere Aufgabe erhielten die Generale schriftlich erzieherische Anweisungen des Königs, die immer auf die Praxis gerichtet waren. Seine eigenhändigen Abhandlungen über die höhere Kampfführung, bekannt als »Grundlagen der Kriegskunst« unter seinen militärischen Werken, umfaßten rund dreißig Jahre und waren nur für seine Nachfolger und seine Generale bestimmt. Die Generale waren mehr als einseitige, militärische Spezialisten, sondern als führungsmäßige »Generalisten« vielseitig während ihrer Dienstzeit und nach ihrer Entlassung verwendbar, dann vor allem in Organisation, Verwaltung und Politik.
Braunschweig
Die anschließende Verwendung im zivilen Dienst kam praktisch einer Pension gleich, aber die Erfahrung und Arbeitskraft des Pensionärs wurden weiter genutzt.
Neben der Ausbildung und Führung wurden die Generale auch zur Werbung, Kontributionen, als Festungs-Kommandanten und Gouverneure sowie zum Nachrichtendienst, Erkundungen und Spionage eingesetzt, was ja militärischen Aufgaben entsprach. Mit der Verwendung als Sonder-Botschafter und Diplomaten war im Grunde der eigentlich militärische Bereich verlassen. Traten viele Stabsoffiziere als Postmeister, Forstmeister, Rendanten und Inspektoren, Kommissare, Kriegsräte, Regierungsräte, Landräte, Steuerräte, Kriegs- und Domänenräte in die zivile Verwaltung ein, so übernahmen Generale Amtshauptmannschaften, wirkten als Kammerdirektoren, Kammerpräsidenten, Vize- oder Oberpräsidenten, Mitglieder von Provinzialregierungen, wo sie automatisch den Vorsitz bekamen, Mitglieder des General-Direktoriums und sogar als Minister wie z.B. v. Grumbkow, v. Massow, v. Wedell, v. Werder, v. Gaudi und v.d. Schulenburg-Kehnert.
Generalsfamilien
Daß er nach 1763 das Adels-Monopol wieder verschärfte und das sich weiter entwickelnde Bürgertum weitgehender ausschloß, obwohl zahlreiche Adels-Familien ausgeblutet waren, war 30 Jahre später sicher eine der Ursachen des Zusammenbruches 1806. Die Verschmelzung des Bürgertums mit dem Offizierkorps vollzog sich erst 1813.
Buddenbrock
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts profilierten sich zahlreiche Familien mit langen Generationsreihen von Generalen, bei denen sich die Vererbung hoher militärischer Führungsbegabung nachweisen läßt: So stellten z.B. die Kleist bis 1806 12 Generale, bis 1945 34 und 3 Feldmarschälle; 31 davon hatten den Pour-lemerite; die Rangliste von 1914 wies 44 Kleist auf. Die Marwitz und Schwerin brachten je 11 Generale hervor, die Bredow, Borcke und Goltz je 9, die Pfuel, Puttkamer und Manstein je 6, die Katte, Schulenburg und Truchseß-Waldburg je 5. Das sind 119 Generale aus 12 Familien. Weitere 21 bekannte Familien hatten 2, 3 und 4 Generale, darunter Below, Bonin, Dohna, Kalckstein, Kameke, Krockow, Lettow, Massow, Oppen, Pirch, Prittwitz, Rochow, Saldern, Tresckow, Wedel, Winterfeldt, Zastrow und andere.
Von 1740 bis 1806 blieb es bei neun Zehnteln adliger Offiziere. Wenn Preußen, wie der König 1752 schrieb, ein Land war, das »auf häufige Kriege gefaßt sein mußte« wegen seiner Lage und zerstückelten Ausdehnung, dann mußte er für sein Offizierkorps auf den Adel zurückgreifen, ihm aber auch im Frieden das Ansehen geben, das er sich im Kriege blutig verdient hatte. Konsequent vermehrte er die Kadetten-Anstalten, um der Nachwuchs aus dem Landadel besser auszubilden Wenn Büsch nachweist, daß in Pommern schon 1724 eine fast völlige gegenseitige Durchdringung von Ade und Offizierkorps, in der Kurmark und Ostpreußen später von zwei Drittel vorhanden war, dann mußte in Preußen ein General nobilitiert sein, wie es auch Scharnhorst bei seinem Übertritt am 14. Juni 1800 erlebte. Für seine politische Entmachtung hatte der Adel erstrangiges Sozialprestige gewonnen.
Einkünfte Die Besoldung der Offiziere gründete sich auf das Gehalt des Kapitäns, der mit seiner Kompanie-Wirtschaft Grundlage und Maßstab bildete. Darauf bauten sich besondere Zulagen für Stabsoffiziere und Generale auf, zu denen außerdem Funktionszulagen, Gnadenzuwendungen und Beihilfen traten. Die Besoldung war daher in ihrem Aufbau oberhalb der Kompanie-Ebene als Wirtschaftseinheit - wie schon ihr Name sagt — durchaus uneinheitlich. Umgekehrt wie heute war das Bataillon reine Kampfeinheit. Allerdings erhielt ein Rittmeister mit 1080 Talern Sold praktisch das Doppelte wie ein Infanterie-Kapitän mit 550 Talern, die allerdings durch Beurlaubungen, Futterkauf und andere merkantile Einfälle noch erheblich aufgestockt werden konnten. Ein Major hatte zwischen 750 und 800 Taler, ein Oberstleutnant rund 1000, ein Oberst zwischen 5054 und 5369 Taler, bei zehn Schwadronen 6487.
Geßler
Das Einkommen der Generale stieg durch die höheren Douceurs beim Generalmajor auf über 6000, beim Generalleutnant mindestens 7000, General der Infanterie 8-9000, beim Feldmarschall maximal 12000 Taler. Im Kriege waren die Winter-Douceurgelder als Ausgleich füi den Ausfall von Friedens-Einnahmen höher, so daß einem Generalmajor 5000 Taler zusätzlich zum Kapitäns-Sold, dem Generalleutnant 7000, dem General der Infanterie 10000 und dem Feldmarschall 15000 Taler zukamen. Ohne Frage floß ein Großteil ihrer Einkünfte in Gutsbesitz, der vom Staat garantiert war und eine wirtschaftliche Sicherung bedeutete. So konnte z.B. Zieten sein Gut Wustrau, Kreis Neuruppin, im Wert um 57 000 Taler steigern. Die ganze Breite mittelalterlicher Versorgungsmöglichkeiten wurde noch ausgenutzt. Die Kommandanten- und Gouverneurs-Stellen der Festungen sowie die Stellen der Garnison-Regimenter gab der König vielfach an nicht mehr felddienstfähige Generale und Offiziere, so z.B. am 26. Januar 1757 Schweidnitz an Generalleutnant v. Kalsow und am 8. März d.Js. das Garnison-Regiment 1 an Oberst v. Puttkamer. Schließlich verteilte der König großzügige Belohnungen, ganz im Gegensatz zu seiner sonstigen Sparsamkeit, so z.B. an Krockow und Pfuel je 4000 Taler, an Lossow 6000, an Fouqué 8000, an Zieten 10 000, als Anerkennung; man mußte etwas leisten, auffallen und sich ständig nützlich erweisen.
D. Anhalt-Dessau
Generale waren keine Beamten mit einem festen Pensionsanspruch, sondern auch hier vom König völlig abhängig. Und jetzt wurde es wirklich oft knapp, von besonders großzügigen Ausnahmedotierungen abgesehen. Bei der ganz individuellen Festsetzung ihrer Höhe ließ der König ihre konkrete Situation, also die militärische Vergangenheit des Generals und seine Leistungen, die Länge seiner Dienstzeit, Familie, Besitz und Vermögen berücksichtigen und verfuhr nach Wohlwollen. Wer reich war oder in Ungnade, erhielt gar nichts, so daß Pensionen ganz abgelehnt wurden und Generale mittellos in Armut starben. Der sehr verdiente Kriegsminister v. Wedell wurde 1779 mit allen Gnaden ohne einen Pfennig verabschiedet. Die Höhe der Pensionen war also sehr verschieden:
Generalmajore erhielten zwischen 300 und 1200 Taler, im Durchschnitt 600 bis 800, Generalleutnante von 500 bis 2000 Taler, meist um 1200, Generale der Infanterie oder Kavallerie 1500 bis etwa 3000 Taler, Feldmarschälle 2000 bis 10000, wie z.B. Samuel Graf Schmettau.
Der preußische Generalstab
Befehlshaber größerer Truppenverbände benötigten schon immer Gehilfen, einen Stab. Diese hatten das Gelände, auf dem sich die Truppe bewegen sollte, zu kennen. Sie mußten die Operationspläne mit ausarbeiten und die notwendigen Befehle ausfertigen, damit die Truppe ohne Verwirrung am richtigen Ort und Zeitpunkt zur Verfügung stand. In großen Armeen war für diese Arbeit der Generalquartiermeister zuständig, die wenigen, ihm zugeteilten Offiziere hatten keine besondere Ausbildung genossen, außer in einzelnen Fällen. Als sich mit der französischen Revolution die Heere von der bisherigen geregelten Magazinverpflegung unabhängig machen konnten, erwuchsen auch neue strategische Möglichkeiten. Das Netz der inzwischen entstandenen festen Kunststraßen erlaubte auch größeren Heeren, sich rasch auszubreiten, um aus dem Lande zu leben und sich wieder zusammenzuziehen, wenn man schlagen wollte. Dafür benötigte man eine neue Technik der Heeresbewegungen. Straßen, ihre Kapazitäten und Märsche mußten berechnet werden. Ein neuer Zweig der Kriegswissenschaft war entstanden; die Logistik. Die Befehlshaber der Armeen, der neuentstandenen Armeekorps und Divisionen brauchten nun auch einen Generalstab. Clausewitz beschrieb dessen Aufgabe folgendermaßen: er habe die Ideen des kommandierenden Generals in Befehle umzuschaffen, nicht nur, indem er diese den Truppen mitteilt, sondern vielmehr alle Detailangelegenheiten bearbeitet. Große Armeen hatten einen Gesamtgeneralstab, auch »Großer Generalstab« genannt, dazu dann die Stäbe der größeren Truppenverbände. In diesen Stäben waren zunächst nur einzelne Offiziere, die daneben auch noch in der einen und anderen Art tätig waren, ein Generalstabskorps im späteren Sinne bestand noch nicht. Doch suchte man schon jetzt die Offiziere aus, die besonders befähigt waren, eine gründlichere Ausbildung hatten und die Eigenheiten und Möglichkeiten auch der anderen Waffengattungen einschätzen konnten. Um dieses zu erreichen, wurden ab 1810 in Preußen solche Offiziere zum Dienst in anderen Waffengattungen kommandiert. Meist war der Chef des Generalstabes gleichzeitig auch Generalquartiermeister, bei den einzelnen Korps mit dem Titel Quartiermeister. Die ihm zugeteilten Offiziere führten oft die Bezeichnung Quartiermeisterleutnant unabhängig von ihrem Dienstgrad. Eigentlicher Schöpfer des preußischen Generalstabes sollte in seiner vorbildlichen Zusammenarbeit mit dem Feldherr Blücher Gneisenau werden, der in den Jahren 1813 bis 1815 Maßstäbe setzte. Organisatorisch als eigene Institution selbständig unter einem eigenen Chef wurde der Generalstab aber erst 1821. Von dieser Zeit an bestand ein eigenes Korps, das seinen eigenen Nachwuchs für den Friedensdienst wie für den Bedarf der im Kriege notwendige Truppenstäbe laufend ausbildete.
Befehlshaber größerer Truppenverbände benötigten schon immer einen Stab von Führergehilfen. Dieser hatte Nachrichten über alle Verhältnisse zu sammeln, Vorschläge zu unterbreiten, die Befehle auszufertigen sowie die Vermittlung und Verbindung zwischen dem Kommandierenden und den unterstellten Truppenteilen aufrecht zu erhalten. Entscheidung und Verantwortlichkeit verblieb aber grundsätzlich dem Befehlshaber. Die preußische Einrichtung gab modellhaft prägend das Vorbild, wie sie sich, ausgehend von den Gedanken Scharnhorst‘s und dem Wirken Gneisenau‘s, entwickelt hatte. Organisatorisch selbständig wurde der Generalstab erst im Jahre 1821, als er mit der Schaffung einer eigenen, neben dem Kriegsministerium stehenden Chefstelle (von Müffling) seinen eigenen Nachwuchs für den Friedensdienst und den Bedarf der im Kriege notwendigen Truppenstäbe auszubilden begann. Die nachherigen Chefs (von Krauseneck, von Reyher und zuletzt ab 1857 von Moltke) setzten diese Arbeit folgerichtig fort. Bei der Auswahl für den Generalstab wurden allgemein der Besuch der dreijährigen Allgemeinen Kriegsschule, eine etwa dreijährige Tätigkeit im Topographischen Büro sowie wechselnde Kommandos zu den verschiedenen Waffengattungen obligatorisch.
Neben dem »Großen Generalstab« bestanden Truppengeneralstäbe für Armeekorps und Divisionen, im Kriege auch für Armeen. Zu den Aufgaben des »Großen« gehörten die Sammlung von Unterlagen bzw. Hilfsmitteln zur Kenntnis der eigenen und fremden Heere und Länder, die Vermessungsabteilung für die Landesaufnahme, die Plankammer und das Kriegsarchiv. In unmittelbarer Beziehung zur Truppe standen deren Dislokation, die Verlegungen, Übungen und Manöveranordnungen sowie die vorsorgliche Ausarbeitung möglicher Operationspläne mit der dann notwendigen Mobilmachung. Ein einzelnes mobiles Korps besaß als Kommandobehörden: den Kommandierenden General, als Generalstab einen Chef und 2 Offiziere, daneben 4 Adjutanten und 3 Ingenieuroffiziere. Die Generalstabsgeschäfte umfaßten vier Bereiche: die eigentliche Generalstabsarbeit, die Adjutantur, die Intendantur und schließlich die Sonderressorts (Auditoriat, Generalarzt und Oberprediger). Bei einer einzelnen Division unterstützten den Kommandeur ein Generalstabsoffizier und zwei Adjutanten.
Aus Sparsamkeitsgründen waren im Frieden zu wenig Offiziere zum Generalstab kommandiert, so daß im Falle der Mobilmachung manche Planstelle nicht besetzt werden konnte. Erst die Erfahrungen des Jahres 1866 brachten eine Änderung. Dennoch blieben die Leistungen für jene Zeit unerreicht und damit vorbildlich. Freilich waren Moltkes Aufmarschpläne und Operationsentwürfe in den Jahren 1866 und 1870 auch nur durch die konsequente Anwendung der neuen technischen Möglichkeiten (Eisenbahn und Telegraphie) denkbar. Bezeichnend für sein System ist hierzu ein im Jahre 1866 gegebenes Urteil eines russischen Obristen: »Die Offiziere des Generalstabs sind vollkommen frei von der deutschen Leidenschaft, zu systematisieren; das Wesen liegt bei ihnen nicht in der Masse der Kenntnisse oder in der Tiefe des Wissens, sondern in der Fähigkeit, die Kenntnisse im Dienst anzuwenden. Die Tüchtigkeit der Generalstabsoffiziere liegt in der Art und Weise, wie der preußische Generalstab geleitet wird.
Im Deutschen Bundesheer waren für den Generalstab 170 Offiziere vorgesehen. Die Königreiche Bayern, Württemberg und das Großherzogtum Hessen besaßen einen Generalquartiermeisterstab, die Königreiche Sachsen und Hannover, die Großherzogtümer Mecklenburg, das Kurfürstentum Hessen und die Herzogtümer Braunschweig und Nassau Generalstäbe, wenn auch kleinsten Formats.
Sie hatten Nachrichten über alle Verhältnisse zu sammeln, Vorschläge zu unterbreiten, Befehle auszufertigen sowie die Verbindung zwischen dem Kommandierenden und den unterstellten Truppenteilen aufrecht zu erhalten. Doch blieb die Entscheidung und Verantwortung für ihr Handeln immer beim Befehlshaber.
Seit der Revolutionierung des Militärwesens in Frankreich ab 1792/93 existierte die Einrichtung des modernen Generalstabes. In jeder größeren Armee setzte er sich aus befähigten und vorgebildeten Offizieren zusammen, die ein besonderes Korps formierten. Ein Unterschied bestand zwischen dem Großen Generalstab, der die Gesamtaufgaben übernehmen mußte und den Truppengeneralstäben bei Armeen, Armeekorps und Divisionen. Nach den Erfolgen von 1870/71 bemühten sich die anderen Armeen die als vorbildlich geltenden deutschen Einrichtungen nachzuahmen und schufen eine fast gleiche innere Organisation einschließlich der Kartierung durch die Landesaufnahme und der Bearbeitung der Kriegsgeschichte.
Im Jahre 1867 bestand der damals preußische Generalstab aus drei Abteilungen im Hauptetat mit 88 Offizieren: die 1. für den Bereich der Armeen östlicher Nachbarn, die 2. für die Heere anderer deutscher Staaten und die Eisenbahnverbindungen, die 3. für die Angelegenheiten westlicher Nachbararmeen. Der sogenannte Nebenetat sah 21 Offiziere in wissenschaftlicher Tätigkeit vor: in der kriegsgeschichtlichen, geographisch-statistischen, der topographischen Abteilung, der Landestriangulation und der Plankammer.
Um 1890 hatte der deutsche Generalstab in 5 Abteilungen etwa 350 Offiziere. Die 1. war die Zentralabteilung für allgemeine Verwaltung, die 2. bearbeitete die Aufmarschpläne, die zugehörigen Verkehrswege mit Eisenbahnen und die Kriegsgliederungen, die 3. befaßte sich mit der Kenntnis fremder Festungen und den dafür geeigneten Angiffsentwürfen, geographisch-statistischen Angelegenheiten sowie den Karten. Der 4. Abteilung waren in zwei Bereichen die Kenntnis der Armeen Süd- und Osteuropas sowie West- und Nordeuropas zugeordnet, die 5. hatte die Kriegsgeschichte aufzubereiten. An der Spitze der Abteilungen 2 bis 4 stand ein Oberquartiermeister, später kamen zwei weitere derartige Stellen hinzu, eine davon als Chef der Landesaufnahme. Der älteste Oberquartiermeister sollte als »Generalquartiermeister« fungieren.
Die weitere Spezialisierung erforderte schließlich eine Gliederung in fünf Abteilungen mit bestimmter Aufgabenbezeichnung (Zentralabteilung, Landesaufnahme, Kriegsgeschichte) und in 10 mit Numerierung. Hierbei übernahmen die Abteilungen 1 und 10 die fremden Heere Ost und Süd, 2 den Aufmarsch, 3 die fremden Heere West, 4 die fremden Festungen, 5 die Übungsreisen der Stäbe, 6 die Manöverplanung, 7 war die Eisenbahnabteilung, 8 befaßte sich mit der Kriegsakademie und 9 mit den deutschen Kolonien. Den 5 Oberquartiermeistern waren jeweils zwei oder drei Abteilungen unterstellt.
In Deutschland ergänzten sich die Generalstabsoffiziere aus Nachwuchs, der sich freiwillig meldete und die Kriegsakademie besucht hatte. Aus diesem elitären Korps wurden auch die Truppengeneralstäbe personell versorgt. Ein mobiles Armeekorps besaß als Kommandobehörden einen Kommandierenden General, als Generalstab einen Chef und zwei Offiziere, daneben 4 Adjutanten und 3 Ingenieuroffiziere.
Wenn auch in den fremden Armeen die Generalstäbe fast gleich organisiert waren, besaßen doch ihre Chefs in der Regel nicht eine so starke Immediatstellung wie in Deutschland, denn sie waren von ihrem Kriegsminister abhängig. Frankreich begann sofort 1871 mit dem Neuaufbau, doch wechselten die Chefs mit dem jeweiligen Kriegsminister allein 19 mal zwischen 1870 und 1890. Erst die neue Organisation von 1880, vor allem aber die Gesetzesnovelle von 1890 bestimmte, daß die Leitung von politischen Strömungen unberührt bleiben solle, doch blieb die Unterstellung unter den Minister. Der Generalstab bestand aus vorübergehend abkommandierten Offizieren, die aber alle eine auf der Kriegshochschule oder in ähnlicher Art erworbene Qualifikation haben mußten. Um die Jahrhundertwende gehörten ihm etatmäßig 640 Offiziere an. In Österreich-Ungarn stammte die Neuorganisation des Generalstabes von 1876, er war im Frieden Hilfsorgan des Kriegsministeriums. Erst ab 1901 bestand ein einheitliches Generalstabskorps für das gemeinsame Heer und die Landwehren der beiden Reichshälften. Dieses setzte sich nur aus Offizieren vom Hauptmann 1. Klasse an aufwärts und zugeteilten Truppenoffizieren zusammen, die ihre Befähigung auf der Kriegsschule oder einem höheren Artillerie- bzw. Geniekurs nachgewiesen hatten. Um die Jahrhundertwende umfaßte das Korps 481 etatmäßige Stellen. |
|  | | Innenverwaltung Major


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 | Thema: Mackensen Fr Jul 02, 2010 9:45 am | |
| General der Kavallerie August von Mackensen
*06. Dezember 1849 †8. November 1945 Am 6. Dezember 1849 wurde August von Mackensen als Sohn eines Gutsverwalters auf Haus Leipnitz im Kreis Wittenberg in der preußischen Provinz Sachsen geboren. Mackensens Kindheit bestimmte ein monarchisch-konservativ orientiertes Umfeld. Die Familie seines Vaters stammt aus Hannover, während die mütterliche Linie sich bis zu den Kursachsen der Wettiner zurückverfolgen lässt. Sein Wunsch Husarenoffizier zu werden, scheiterte zunächst an seiner Ausmusterung, man befand ihn als untauglich. Ihm blieb nichts anderes übrig, als bei seinem Vater Landwirtschaft und Gutsverwaltung zu lernen. Beim zweiten Anlauf, 1869, befand man ihn schließlich doch als tauglich für den Militärdienst. Aufgrund der höheren Schulbildung absolvierte August Mackensen (geadelt wurde er erst 1899) seinen Dienst als Einjährig-Freiwilliger beim 2. Leibhusarenregiment in Posen. Mit Begeisterung zog er als junger Fähnrich 1870 gegen Frankreich in den Krieg und nahm an den Schlachten bei Weißenburg und Sedan teil. Anfang Dezember 1870 wurde er bei Orleans zum Leutnant befördert. Nach dem Ende des Krieges und seiner Rückkehr nach Deutschland empfand er die alltägliche Arbeit an der Seite seines Vaters nun noch unbefriedigender als zuvor. Selbst der Besuch der landwirtschaftlichen Universität in Halle konnte ihn nicht ablenken. Daher meldete er sich während seines Studiums wieder zum Militärdienst als Reserveleutnant. Ende 1876 ernannte man ihn zum Kommandeurs-Adjutanten der 1. Kavalleriebrigade und Mitte 1878 wurde er zum Oberleutnant befördert und in den Generalstab nach Berlin kommandiert, unter den Augen des Chefs des Generalstabes, Generaloberst Helmuth Graf von Moltke. Mackensen war nun in der Strategiezentrale und Expertenschmiede Deutschlands in Berlin. Mit 33 Jahren wurde er zum Hauptmann ernannt. Zwischen 1884 und 1891 war er in unterschiedlichen Garnisonen des Reiches stationiert und wurde schließlich 1888 Major in Bromberg in der Provinz Posen. Der junge deutsche Kaiser Wilhelm II. (seit 1888) hatte den 90-jährigen General von Moltke an der Spitze des Generalstabs entlassen und an seiner Stelle Alfred Graf von Schlieffen eingesetzt. Mackensen wurde diesem am 21.2.1891 als Adjutant zur Seite gestellt. Sein Aufstieg verlief rasant: 1893 wurde er Kommandeur des 1. Leibhusaren-Regiments in Danzig, 1895 wurde er vom Kaiser zum Flügeladjutanten ernannt und in dieser Position 1898 in das kaiserliche Hauptquartier zurück nach Berlin berufen, für einen Bürgerlichen ein äußerst ungewöhnliches Privileg. Anlässlich des 40. Geburtstages des Kaisers am 27. Januar 1899 wurde Mackensen nobilitiert (in den Adelstand erhoben). Den Höhepunkt seiner Friedenskarriere erreicht er mit der Ernennung zum General der Kavallerie und dem Kommando über das XVII. westpreußische Armeekorps, nachdem er 1901 als Generaladjutant seiner Majestät nach Danzig gewechselt war, um die Position als Kommandeur der neuen Totenkopfbrigade einzunehmen. Selbst als General war es ihm erlaubt, die von ihm geliebte Uniform des 1. Leibhusaren-Regiments weiterhin zu tragen. Eine besondere Auszeichnung. Diese Uniform sollte in Zukunft sein Markenzeichen werden. Bereits hoch dekoriert zieht August von Mackensen 1914 in den Krieg. Als Kommandierender General des XVII. Armeekorps ist er an der Schlacht bei Gumbinnen und Tannenberg beteiligt. An der Schlacht bei Lodz war er als Oberbefehlshaber der neu gebildeten 9. Armee maßgeblich beteiligt und erobert die Stadt am 6.12.1914 aus der Hand der Russen. Danach übernimmt er die 11. Armee, die aus deutschen und österreich-ungarischen Einheiten zusammen gestellt wurde. Mit ihr glückt ihm bei Tarnow-Gorlice der Durchbruch durch die russische Front. Die Russen ziehen sich daraufhin bis zum Lupkowpass zurück. Nachdem die HGM (Heeresgruppe Mackensen) Mitte Mai den Fluss San überschritten und Anfang Juni die Festung Przemysl erobert hat, ernennt ihn der österreichische Kaiser ehrenhalber zum Chef eines ungarischen Husarenregiments und schließlich - nach seinem Einzug in Lemberg - wird er zum Feldmarschall ernannt. Als Rumänien am 27. August 1916 auf drängen der Entente gegen Deutschland und Östereich-Ungarn in den Krieg eintrat, leitete er den Feldzug gegen Rumänien. Bis Mitte Januar 1917 war Rumänien vollständig erobert. Mackensen wurde das Großkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er bleibt bis Kriegsende Militärgouverneur in Rumänien. Bei Kriegsende im November 1918 wird Mackensen in Saloniki / Griechenland interniert. Im November 1919 kehrt er zurück nach Deutschland. Seit 1920 tritt er dort bei zahlreichen Traditionstreffen von Soldaten- und Veteranenverbänden auf. Er wurde zum Sinnbild des preußischen Reitergenerals schlechthin. Adolf Hitler weiß das geschickt zu nutzen, er beruft Mackensen 1933 in den Preußischen Staatsrat. Die Karriere Mackensens sollte Beispiel sein für den unaufhaltsamen Aufstieg eines Bürgerlichen bis in die obersten Schichten der Gesellschaft: Soldatengeist und Heldentum waren die Schlagwörter - die nationalsozialistische Variante des Tellerwäschers, der zum Millionär wurde. Mackensen ließ sich vorführen, ohne politisch Partei zu ergreifen. Hitler nutzte die Gunst, indem er dem braunen Deutschland durch Mackensen Glanz und Gloria verlieh. Berliner nannten den alten Helden treffend "Reichstafelaufsatz". Erst als der Hitler-Terror auch die militärische Umgebung Mackensens erreichte, intervenierte er, wenn auch erfolglos. Mackensens fromme Haltung ließ ihn schließlich auch für diejenigen Partei ergreifen, die während des Kirchenkampfes, wie Martin Niemöller, verfolgt wurden. Im Februar 1940 verurteilte er in einem Brief an den Oberbefehlshaber des Heeres, Walther von Brauchitsch, die während des Überfalls auf Polen geschehenen Verbrechen. Als August von Mackensen am 8. November 1945 im Alter von 96 Jahren stirbt, war er von der Welt schon vergessen. Mit ihm starb der letzte Feldmarschall und Kavallerie-General der alten kaiserlichen Armee. 1997 tilgte man ihn auch aus dem Stadtbild von Berlin: Die Mackensenstraße in Berlin-Schöneberg heißt jetzt Else-Lasker-Schüler-Straße. _________________ Heimat kann nur der ermessen, der sie verloren aber nie vergessen!
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|  | | | | fand keinen Titel hier für.. vieleicht fällt euch einer ein | |
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