Am 30.8.1939 wurden die polnischen Mobilmachungsbefehle versandt.
Der Deutsche Einmarsch in Polen erfolgte am 1.9.1939
– um 18.40 h nach U. Walendy 1965;
– um 12.40 h nach D. Hoggan
1976;
– um 16.20 h nach A. v. Ribbentrop 1963.
Um es vorwegzunehmen: Der den Deutschen
angelastete, angeblich fingierte Überfall auf den Radiosender von
Gleiwitz – als Rechtfertigung zum deutschen Einmarsch in Polen – stammt
aus der Hexenküche der Nachkriegspropaganda. Sie ist vergleichbar mit
den Lügen über die Iraker, welche im Spital von Kuwait Säuglinge aus
Brutkästen gezerrt hätten, und Iraks nicht existierende
Massenvernichtungswaffen usw.
Die Grenzübergriffe auf das Deutsche
Reich und die Ermordung und Verfolgung von Deutschen in den polnischen
Gebieten sind so zahlreich, dass es den Überfall auf den Gleiwitzsender
als Rechtfertigung gar nicht gebraucht hat:
Auf den 31.8.1939 fallen eine Reihe von
Ereignissen, die hingereicht hätten, um von einem völkerrechtlich
eindeutig durch Polen gegebenen Kriegsgrund zu sprechen, von der
Generalmobilmachung gar nicht zu reden, die gleichbedeutend mit einer
Kriegserklärung an Deutschland war (vgl. B. Schaposchnikow ca. 1930, in
W. Post 1995, S. 51) – die Polen planten einen sofortigen «Marsch nach
Berlin», «sie hofften, Berlin in einem Überraschungsangriff nehmen zu
können…» (D. Hoggan
2 1976, S. 426).
So
gesehen war der deutsche Einmarsch nicht einmal mehr ein
Präventivkrieg, sondern nur noch eine Massnahme der Selbstverteidigung.Für Polen traf 1939 noch der alte Grundsatz aus den Tagen vor 1914 zu,
dass eine Mobilmachung Krieg bedeute.
Es sei daran erinnert, dass der
polnische Aussenminister Oberst Joseph Beck schon am 23. März 1939
einen (Teil-) Mobilmachungsbefehl gegeben hatte, mit allen Konsequenzen
wie Einberufung von Reservisten usw. Am selben Tage erhielten die
obersten Befehlshaber aller Waffengattungen den derzeit gültigen
Aufmarschplan für einen Krieg gegen Deutschland. (Hoggan, S. 425)
Nachdem Hitler von der überraschenden
Teilmobilmachung Polens Kenntnis erhalten hatte, hielt er eine
Besprechung mit Walter von Brauchitsch, dem Oberbefehlshaber des
deutschen Heeres ab. Dabei setzte er ihm auseinander, es seien sehr
wichtige Verhandlungen mit Polen im Gange. Hitler hielt die polnische
Teilmobilmachung
nicht für eine übermässige Drohung.
Darum
seien auch keine besonderen militärischen, sondern lediglich
Vorsichtsmassnahmen zum Schutz der deutschen Grenze erforderlich. England gab Polen einen Blankoscheck:
Der britische Aussenminister, Edward Fredericke Lindley Wood – Earl of
Halifax –, teilte dem britischen Botschafter in Polen, Sir Howard
William Kennard, seinen Entschluss mit, sein Versprechen an Polen
nicht nur auf Fälle unprovozierter Aggressionen zu beschränken.
Er habe sich entschieden, die Frage des Aggressors zu ignorieren. Er wünsche nicht, dass Grossbritanien neutral bleibe,
wenn die Polen Deutschland zum Kriege zwängen. (Hoggan, S. 451).
In der Rede vor dem Reichstag am 1.9.1939 führte Hitler aus:
«Man hat versucht, das Vorgehen gegen die
Volksdeutschen damit zu entschuldigen, dass man erklärte, sie hätten
Provokationen begangen. Ich weiss nicht, worin die ‹Provokationen› der
Kinder und Frauen bestehen sollen, die man misshandelt und verschleppt
oder die ‹Provokationen› derer, die man in tierischster, sadistischster
Weise gequält und schliesslich getötet hat. Eines aber weiss ich: dass
es keine Grossmacht von Ehre gibt, die auf Dauer solchen Zuständen
ruhig zusehen würde … Ich habe trotzdem noch einen letzten
Versuch gemacht, … habe ich einen Vermittlungsvorschlag der englischen
Regierung angenommen … Und ich bin dann mit meiner Regierung
volle zwei Tage gesessen und habe gewartet, ob es der polnischen
Regierung nun endlich passt, einen Bevollmächtigten zu schicken … Damit
sind diese Vermittlungsvorschläge gescheitert, denn unterdes war als
Antwort auf diesen Vermittlungsvorschlag 1. die polnische
Generalmobilmachung gekommen und 2. neue schwere Greueltaten … Nachdem
neulich in einer Nacht 21 Grenzzwischenfälle zu verzeichnen waren, sind
es heute Nacht 14 gewesen, darunter drei ganz schwere. Ich habe mich
nun entschlossen, mit Polen in der gleichen Sprache zu reden, die Polen
seit Monaten uns gegenüber anwendet» (M. Domarus, Leonberg 1988, S. 1312 f.).
Die Annahme einer deutschen Provokation
durch das IMT Nürnberg in dessen Feststellung, dass Deutschland als
seinen Anlass zum Kriege den selbst fingierten Überfall auf den
Gleiwitzer Sender gehabt habe, ist falsch. Die dieser Feststellung
zugrundeliegende Darstellung, die in Schul- und Geschichtsbücher
einging und die Joachim Fest, ehemaliger Chefredakteur der
FAZ,
in seiner Hitler-Biographie noch um einige Tote erhöht hat, Heydrich
habe den Überfall inszeniert und in polnische Uniformen gesteckte
getötete KZ-Häftlinge als Beweismittel hinterlassen, beruht auf einer
eidesstattlichen Falschaussage vor dem IMT Nürnberg. Im Sender zu der
betreffenden Zeit Anwesende sagten später aus, dass sich dort keine
Zwischenfälle ereignet hätten (H. Wendig,
Richtigstellungen zur Zeitgeschichte, H.
8, Tübingen 1995). Im übrigen hat Hitler in seiner oben auszugsweise
zitierten Rede zur Rechtfertigung seines Vorgehens nirgendwo von dem
Überfall auf den Sender Gleiwitz gesprochen. Warum sollte er oder
Heydrich den Überfall inszenieren, wenn dieser dann anschliessend keine
Rolle spielt?
Die Beweise«Documents on British Foreign Policy» sind die
amtlichen Dokumente des englischen Aussenministeriums, nachfolgend
British FP genannt.
«Documents on Foreign Relation of the United States» sind die
amtlichen Dokumente des amerikanischen Aussenministeriums, nachfolgend
FR of the US genannt.
20.3.39: Bündnisangebot von Halifax an die UdSSR und an Polen gegen Deutschland (British FP, III, Bd. 4, Nr. 446)23.3.39: 162 Tage vor Kriegsbeginn (!) Teilmobilmachung der polnischen Armee mit Herausgabe des Operationsplans (Marsch nach Berlin).25.3.39: Bericht des
britischen Botschafters in Polen, Kennard, an Halifax, 750’000 Polen
stünden bereits unter Waffen. Viele ausländische Diplomaten in Warschau
glaubten, Polen wolle einen Krieg provozieren. Es bestünde Hoffnung man
könne in diesem kommenden Krieg Deutschland zum Aggressor stempeln
(British FP, III, Bd. 4, Nr. 518 und Nr. 523).
26.3.39: Telegramm des
US-Botschafters in Polen, Biddle, an US-Präsident Roosevelt: «Polen
heute auf dem Kriegsfuss. Hat dieses rasch und ohne Aufsehen erreicht.»
(FR of the US 1939, I, 101).
31.3.39: Halifax teilt
dem britischen Botschafter in Polen seinen Entschluss mit, sein
Versprechen an Polen nicht nur auf unprovozierte Aggression zu
beschränken. Er wünsche nicht, dass Grossbritannien neutral bleibe,
wenn die Polen Deutschland zum Krieg zwängen (British FP, III, Bd. 4,
Nr. 577 und 584).
06.4.39: Halifax sagte
dem US-Botschafter Kennedy, die Polen hätten nun ihren Blanko-Scheck,
und er gestand dabei, dass weder Hitler noch Mussolini einen Krieg
wollten. (FR of the US 1939, I, 113 f).
05.5.39: Hetzrede des
polnischen Aussenministers Oberst Beck vor dem Sejm. Auf diese Rede hin
wurden in Polen Tausende von Volksdeutschen vor dem Beginn des Krieges
ermordet.
14.8.39: Beginn der Massenverhaftungen von Deutschen und Greuel gegen sie im östlichen Oberschlesien.
28.8.39: Der britische
Botschafter in Polen, Kennard, telegraphierte an Halifax, die polnische
Regierung habe die Generalmobilmachung beschlossen. (d.h. dass der
Ausbruch des Krieges nur noch eine Frage von Stunden sein konnte.)
31.8.39: Kennard
versicherte Halifax, Beck werde nichts unternehmen, um eine
Verständigung mit den Deutschen zu erzielen. (British FP, III, Bd. 7,
Nr. 576).
Die
amtlichen englischen und amerikanischen Dokumente sind die erdrückenden
Beweise dafür, dass die englische Regierung den 2. WK frevelhaft
entfesselt hat. Dies lässt sich durch auch noch so unverschämte Lügen
der Massenmedien nicht wegdiskutieren.
Der informierte Leser ahnt, dass der
Krieg gegen den Irak die Fortsetzung des 2. WK ist, zur Erringung der
marxistischen, kapitalistischen Weltherrschaft.