Hier
http://histor.ws/seppdepp/006.htm
ist u.a. folgendes zu lesen:
EreignishintergrundNach dem Ersten Weltkrieg wurden im
Versailler Vertrag umfangreiche Gebiete des Deutschen Reiches an Polen
übertragen. In diesen Gebieten lebten daher ab 1919 viele Deutsche
unter polnischer Herrschaft. Polnischer Haß gegen diese
Bevölkerungsgruppe zeigte sich schon Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg.
Erste Morde an Deutschen geschahen während des sog. "dritten polnischen
Aufstands" in Oberschlesien im Mai und Juni 1921.
(1) Am 15. Mai 1927 gab es ein Pogrom in Rybnik.
(2)Ab April / Mai 1939 wurden regelmäßig Überfälle und Angriffe auf
Wohngebiete und Einwohner der deutschen Minderheit in polnisch
besetzten Gebieten verzeichnet.
(3) Mehrere Monate vor Beginn des
deutschen Angriffs gegen Polen am 1. September 1939 wurde in Rundfunk
und Presse Polens verkündet, "daß im Kriegsfalle kein einheimischer
Feind lebend entrinnen wird". Noch vor dem Krieg wurden zwei große
polnische Konzentrationslager eingerichtet, worin die Opfer der
geplanten Jagd auf die deutsche Minderheit (Polowanie na Niemcow)
eingewiesen werden sollten.
(4)Jagd auf DeutscheDie Jagd begann am 1. September 1939.
Ihr Hauptzentrum war der Raum um die Stadt Bromberg (Bromberger
Blutsonntag), wo deutsche Einwohner von Polen bestialisch ermordet
wurden.
(5) Andere Verfolgungsgebiete waren das polnische
Industriegebiet in und um Lodz, Ortschaften entlang der neuen Grenze zu
Deutschland sowie der sog. Korridor zwischen Danzig und Ostpreußen. Die
Verbrechen dieser Verfolgung bestanden aus wahllosen Tötungen und
gezielter Verschleppung der deutschen Führungsschichten.
(6) MassenmordeIn
Dörfern des westlichen Grenzgebiets wurde bis zur Hälfte der deutschen
Bevölkerung umgebracht. Von polnischer Seite werden heute nur insgesamt
3.841 Opfer für möglich gehalten. Doch sind alleine 5.490 Tote und
Vermißte dokumentarisch belegt. Die Gesamtopferzahl liegt vermutlich
bei mehr als 6.000 Toten.
(7) VerschleppungenDie
Verschleppungen begannen am 1. September mit Verhaftungen anhand von
lange zuvor durch polnische Behörden erarbeiteten Jagdlisten.
(
Die Verhaftungen geschahen ohne richterliche Legitimation wegen
"Spionage" oder "subversiver Tätigkeit". Für die Vorwürfe wurde kein
Beweis geführt, es war eine formelhafte Pauschal- Floskel. Die
verschleppten Deutschen wurden nach Ostpolen auf Fußmärsche geschickt.
Wer nicht weiterkonnte, wurde totgeschlagen. Zum Beispiel wurden von
den 700 verhafteten Deutschen des Kreises Obornik nachweislich 231
während des Marsches getötet.
(9)TäterDie Täter
dieser Verbrechen waren vor allem polnisches Militär, Polizei und
paramilitärische Jugendeinheiten. Gewaltsame Übergriffe von polnischen
Zivilpersonen gegen Deutsche waren selten, kamen aber auch vor, meist
in Verbindung mit Aktionen von Behörden oder Organisationen.
(10) Das
Zitat aus oben genannter Quelle legt nahe, bei den deutschen Toten
polnischer Massaker des September 1939 habe es sich um einige verirrte
Opfer des berechtigten polnischen Zorns über den deutschen Angriff
gehandelt. Gewissermaßen eine entschuldbare Tötung im Affekt aus "
Panik" und "
Erregung".
Diese Ansicht ist abwegig und historisch falsch. Insgesamt vier Fakten widersprechen dem:
Zeitablauf / EreignisrahmenDa
die ersten gezielten und geplanten Überfälle von Polen gegen die
deutsche Minderheit bis in das Jahr 1921 zurückreichen und sich schon
ein halbes Jahr vor Kriegsbeginn häuften, sind die Massaker des
September 1939 Symptom und kein Sonderfall. Dies bestätigt auch die
polnische Medienkampagne Monate vor Kriegsbeginn. Für die angebliche
spontane Rache fehlt also die isolierte Stellung des Ereignisses.
Planerische VorbereitungWenn
es sich um eine spontane Rache gehandelt hätte, wäre die Einrichtung
der beiden polnischen Konzentrationslager für die künftigen Opfer noch
vor Kriegsbeginn schwer verständlich. Die Einrichtung dieser Anlagen
setzt offizielle Planung und zeitlichen Vorlauf voraus. Weiterer Beleg
einer langfristigen Planung der polnischen "Jagd auf Deutsche" sind die
Verhaftungslisten der polnischen Behörden.
Opferzahlen und TäterBei
einer so umfangreichen Zahl von Todesopfern innerhalb von zwei Wochen
ist ebenfalls schwerlich spontaner Zorn in der polnischen Bevölkerung
anzunehmen. Anderenfalls würde dies ein seltsames Licht auf den
polnischen Volkscharakter werfen. Gerade weil die Täter meist Beamte
(Militär, Polizei, Ortsverwaltungen) waren, ist zusätzlich die Handlung
auf Anweisung und damit die Planung erwiesen. Insbesondere die
Verschleppung Hunderter Menschen in einen anderen Landesteil setzt
behördliche Organisation voraus.
Andere OpferZur
gleichen Zeit richteten sich polnische Gewaltakte gegen die ukrainische
Minderheit in Ostpolen, wo ebenfalls Todesopfer zu verzeichnen waren.
(11)Zu diesem Zeitpunkt gab es aber keinen russischen Angriff auf Polen, er
setzte erst Wochen später ein. Das geheime Zusatzabkommen zwischen
Deutschland und Rußland über die geplante Teilung Polens war damals
auch unbekannt. Wie wären also diese Opfer zu erklären ? Etwa wieder
Panik oder
Erregung ?

Schwangere Deutsche, ermordet während der poln. Massaker 1939. Noch im Sterben trat die Geburt aus.
Nochmaliger Quellen und Verantwortungshinweis:http://histor.ws/seppdepp/006.htm