Der Kaiser dankt ab
„Seine Majestät der Kaiser und König haben sich entschlossen, dem Throne zu entsagen.
Der Reichskanzler bleibt noch so lange im Amte, bis die mit der Abdankung Seiner Majestät, dem Thronverzichte Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches und Preußen und der Einsetzung der Regentschaft verbundenen Fragen geregelt sind. Er beabsichtigt, dem Regenten die Ernennung des Abgeordneten Ebert zum Reichskanzler und die Vorlage eines Gesetzentwurfes wegen der Ausschreibung allgemeiner Wahlen für eine verfassungsgebende deutsche Nationalversammlung vorzuschlagen, der es obliegen würde, die künftige Staatsform des deutschen Volkes, einschließlich der Volksteile, die ihren Eintritt in die Reichsgrenzen wünschen sollten, endgültig festzustellen.
Berlin, den 9.November 1918
Der Reichskanzler. Prinz Max von Baden
Die Verzichtserklärung
„Ich verzichte hierdurch für alle Zukunft auf die Rechte an der Krone Preußens und die damit verbundenen rechte an der deutschen Kaiserkrone.
Zugleich entbinde ich alle Beamten des Deutschen reiches und Preußens sowie alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Mariene, des Preußischen Heeres und der Truppen der Bundeskontingente des Treueeides, den sie Mir, als ihrem Kaiser, König und Obersten Befehlshaber geleistet haben. Ich erwarte von ihnen, dass sie bis zur Neuordnung des Deutschen reiches den Inhabern der tatsächlichen Gewalt in Deutschland helfen, das Deutsche Volk gegen die drohenden Gefahren der Anarchie, der Hungersnot und der Fremdherrschaft zu schützen.
Urkundlich unter unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem Kaiserlichen Insiegel.
Gegeben Amerogen, den 28.November 1918 gez. Wilhelm
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"Gerechtigkeit ist dort, wo Recht ist!"