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| | Reichstreue Persönlichkeiten | |
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Gast Gast

 | Thema: Reichstreue Persönlichkeiten Mi Nov 26, 2008 11:38 am | |
| Karl Martel (um 688 - 741)
Karl Martell, der auch „der Hammer" genannt wird, war der uneheliche Sohn Pippins II. Er war der Grossvater von Karl dem Grossen. Er hatte eine fast königsgleiche Stellung, obwohl er aber den Königstitel nie annahm. Er regierte seit 737 ohne einen merowingischen König. Er führte gegen Bayern und Sachsen Krieg. 732 besiegte er die spanischen Mauren, die immer wieder in Frankreich einfielen. In der Schlacht bei Tours und Poitiers fiel derer Anführer Abd ar-Rahman in der Schlacht. Mit diesem Sieg hatte Karl dem Vordringen der Araber nach Westen vorläufig Einhalt geboten. Karl starb 741 in Quierzy .
Ohne Karl Martel wäre Europa damals schon Muslimisch geworden. |
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 | Thema: Re: Reichstreue Persönlichkeiten Mi Nov 26, 2008 11:39 am | |
| Juan de Austria (auch: Johann von Österreich), * 24. 2. 1547 Regensburg (Deutschland), † 1. 10. 1578 bei Namur (Belgien), spanischer Feldherr, unehelicher Sohn von Kaiser Karl V. und der Regensburgerin Barbara Blomberg. Er besiegte mit der Flotte der Heiligen Liga 1571 die türkische Flotte bei Lepanto, eroberte 1573 Tunis, wurde 1575 Statthalter der spanischen Besitzungen in Italien und 1576 Generalstatthalter der Niederlande.
Bei der Seeschlacht von Lepanto (dem griechischen Naupaktos) am 7. Oktober 1571 konnten die christlichen Mittelmeermächte mit Spanien an der Spitze den ersten Sieg gegen das Osmanische Reich erzielen. Oberbefehlshaber der Flotte war Don Juan de Austria, ein Halbbruder des spanischen Königs Philipp II. und unehelicher Sohn von Karl V.
Die Flotte Sultan Selims II. stand unter dem Kommando von Admiral (Kaptan-1 Derya) Ali Pascha, der die Schlacht nicht überlebte.
Da die Osmanen, unter Piyale Pascha und Lala Kara Mustafa Pascha, nur kurze Zeit zuvor, am 1. August 1571, die bis dahin venezianische Insel Zypern erobert hatten (siehe: Zyperns Eroberung durch die Osmanen), war der Sieg bei Lepanto von besonderer moralischer Bedeutung.
Die Eroberung Zyperns war auch der Anlass für die christlichen Mächte, die direkte Konfrontation mit der osmanischen Flotte zu suchen. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses einigten sich die Republik Venedig und Spanien, eine gemeinsame Flotte in das östliche Mittelmeer zu schicken.
Verlauf [Bearbeiten]
Paolo Veronese: Die Schlacht von Lepanto
Die Schlacht wurde vor der Meerenge von Lepanto, in der Bucht zwischen Patras und den südlichen Ionischen Inseln ausgetragen. Es standen sich 260 osmanische und 211 Schiffe der Heiligen Liga von 1571 gegenüber. Mit insgesamt etwa 200.000 Soldaten war es die größte Seeschlacht der damaligen Zeit. Insgesamt dauerte sie einen ganzen Tag, wobei allein die Bildung der Schlachtlinien zwei Stunden dauerte. Von den Venezianern wurde der neue Schiffstyp der Galeassen eingesetzt.
Die Front war in drei Abschnitte aufgeteilt: einen südlichen, einen mittleren sowie einen Nordabschnitt. Die sechs großen venezianischen Galeassen wurden im Norden sowie der Mitte eingesetzt. Sie waren ein wichtiger Grund für den Sieg der Heiligen Liga. Sie konnten mit ihren Kanonen größere Kaliber feuern und waren wegen der hohen Bordwand nur schwer zu kapern.
Zu Beginn der Schlacht befahl der Oberkommandierende der christlichen Flotte, Don Juan de Austria, dem Kapitän seines Flaggschiffs La Real, das Kommandoschiff seines osmanischen Gegenspielers, Admiral Ali Pascha, anzugreifen und zu kapern. Es folgte ein mehrstündiges Gefecht, das auf beiden Decks tobte. Dabei wurde Ali Pascha getötet, und die Heilige Liga konnte das Schiff erobern. Ali Paschas Kopf wurde auf einer Lanze zur Schau gestellt, was die Kampfmoral der türkischen Mannschaften nicht unbedingt stärkte. Daraufhin war Don Juan in der Lage, den südlichen Abschnitt der Front zu unterstützen.
Inzwischen war es dem Vizebefehlshaber der osmanischen Flotte, Uludsch Ali, gelungen, die ihm gegenüber stehenden Verbände der Heiligen Liga aufzureiben. Seine kampferprobten Männer konnten die christlichen Streitkräfte in die Defensive drängen und das Flaggschiff der Malteser erobern. Mit Unterstützung aus anderen Frontabschnitten gelang es der Heiligen Liga aber schließlich doch, die Osmanen zu überwältigen. Die Heilige Liga verlor in der Schlacht 13 ihrer Schiffe und fast 8.000 Soldaten. Die osmanische Flotte setzte 30 ihrer Schiffe selbst auf Grund; 80 wurden versenkt, und 150 Galeeren fielen in die Hände der Sieger. Es starben ca. 30.000 Mann auf osmanischer Seite. Damit war der Nimbus der Unbesiegbarkeit der osmanischen Mittelmeerflotte gebrochen. |
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 | Thema: Otto von Bismarck Mi Nov 26, 2008 11:42 am | |
| Otto Graf (seit 1871 Fürst) von Bismarck-Schönhausen
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1640 Kurfürst Friedrich Wilhelm |
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1688 Friedrich III. / I. |
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1713 Friedrich Wilhelm I. |
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1740 Friedrich II. |
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1786 Friedrich Wilhelm II. |
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1797 Friedrich Wilhelm III. |
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1840 Friedrich Wilhelm IV. |
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1888 Friedrich III. |
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1888 Wilhelm II. |
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Kronprinz Wilhelm |
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Galerie der Könige |
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Galerie der Schlösser |
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| | * 1.4.1815 in Schönhausen an der Elbe (Altmark) † 30.7.1898 in Friedrichsruh
 Otto von Bismarck wurde 1815 in Schönhausen an der Elbe als Sohn eines altmärkischen Junkers geboren. Bedingt durch sein Herkunft war sein Leben von einer tiefen Verbundenheit zum regierenden Herrscherhaus und dem preussischen Staat geprägt. Nachdem Bismarck in Göttingen und Berlin Jura studiert hatte, trat er 1836 seine Referendarszeit an. Im Jahre 1847 heiratete er Johanna von Puttkamer, deren pietistischer Freundeskreis nicht ohne Einfluss auf ihn blieb.
In der Revolution von 1848/49 schärften sich seine politischen Vorstellungen und nahmen eine entschieden konservative Ausprägung an. Den Forderungen nach bürgerlichem Mitbestimmungsrecht begegnete Bismarck mit einer Verteidigung der Vormachtstellung des preussischen Landadels. Allein in der Stärkung der preussischen Krone sah er die innerdeutsche Ordnung und das europäische Gleichgewicht gesichert.
Von 1851 bis 1859 war Bismarck als Vertreter Preussens am Bundestag in Frankfurt tätig, danach folgten Jahre als Gesandter am russischen Zarenhof und ab 1862 in Frankreich. Als es im selben Jahr zu einem Konflikt bezüglich einer Heeresreform zwischen dem Parlament und König Wilhelm I. kam, löste dieser seine bis dahin liberalen Minister durch konservative Männer ab. Nachdem jedoch eine Einigung aussichtslos schien und der Monarch bereits mit dem Gedanken an Abdankung spielte, wurde Bismarck mit dem Amt des Ministerpräsidenten betraut. Doch auch ihm sollte es zunächst nicht gelingen, eine bedingungslose Vergrößerung des Heeres und Dezimierung der Landwehr durchzusetzen, so dass sich der Machtkampf zwischen Parlament und Krone fortsetzte. In den folgenden vier Jahren herrschten in Preussen verfassungswidrige Zustände, gegen die Parlamentsmehrheit zwar protestierte, sich aber nicht zu einem Generalstreik entscheiden konnte. Erst als Bismarck zusammen mit dem Zaren die polnischen Unabhängigkeitsbestrebungen unterdrückte, konnte er von den innenpolitischen Konflikten ablenken.
Die Einigung Deutschlands unter der Vormachtstellung Preussens war sein erklärtes Ziel, dem er sein ganzes Handeln unterordnete. Nach dem Krieg 1866 gegen Österreich wurde der deutsche Bund aufgelöst und der Norddeutsche Bund gegründet, dem sich 17 deutsche Staaten unter der Führung Preussens anschlossen. Der Sieg über Frankreich 1870/71 führte schließlich zur Gründung des deutschen Reichs und der Kaiserproklamation Wilhelms I. in Versailles.
Seit der Reichsgründung war Bismarck Ministerpräsident und zugleich Reichskanzler. Von nun an widmete er sich ganz der Sicherung seines Werkes, sowohl nach Innen als auch gegen seine Nachbarn. Bis 1878 regierte der Kanzler mit Hilfe der Nationalliberalen. Trotz der ständigen Konflikte mit dem linken Flügel der Partei kam es zu bedeutenden Neuerungen: die Rechtspflege wurde vereinheitlicht, das Auswärtige Amt sowie die Reichsbank und Reichswährung wurden geschaffen. Seit der Einführung der Kranken-, Unfall-, Invaliditäts- und Altersversicherung in den 1880er Jahren besaß Deutschland die fortschrittlichste Sozialversicherung in Europa.
Unterstützt von den Liberalen und den gemäßigten Konservativen führte Bismarck den Kulturkampf gegen die Katholische Kirche in Preussen an. Durch die extreme Stellung Papst Pius IX. gegen den Liberalismus und Pluralismus sah sich Bismarck genötigt, einen innenpolitischen Präventivkrieg gegen die Zentrumspartei und den Katholizismus zu führen. Letztlich waren die Versuche, den Einfluss der katholischen Kirche zu brechen, vergebens, die Zentrumspartei und die Katholische Kirche gingen gefestigt aus dem Konflikt hervor.
Ab 1878 bemühte sich Bismarck um die Bekämpfung der Sozialisten. Die Aktivitäten der immer stärker werdenden Arbeiterpartei ließ Bismarck durch das sogenannte Sozialistengesetz verbieten. Zu Unrecht lastete Bismarck zwei Attentate, die 1878 auf den König verübt wurden, den Sozialdemokraten an.
Nach außen schuf Bismarck ein Bündnissystem, mit dem sich drei Hauptziele verbanden: Frankreich sollte dauerhaft isoliert bleiben, Österreich versöhnt werden und die Beziehungen zu Russland und Großbritannien sollten sich nach Möglichkeit so gestalten, dass sie auch im Krisenfall freundlich und ohne zu große Abhängigkeit bleiben konnten. Diesem Zweck dienten vor allem das Dreikaiserabkommen mit Österreich und Russland aus dem Jahre 1873, der 1879 abgeschlossene Bündnisvertrag mit Österreich, der später durch Italien zum Dreibund erweitert wurde, und der Rückversicherungsvertrag mit Russland aus dem Jahre 1887.
Mit dem seit 1888 regierenden Kaiser Wilhelm II. kam es immer stärker zu Konflikten, die nicht nur im Altersunterschied, sondern auch in tiefgreifenden Differenzen begründet waren und 1890 zur Entlassung Bismarcks führten. 1898 starb Otto von Bismarck auf seinem Gut Friedrichsruh bei Hamburg, auf das er sich in seinen letzten Jahren zurück gezogen hatte.
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 | Thema: Re: Reichstreue Persönlichkeiten Mi Nov 26, 2008 11:45 am | |
| Friedrich III. wurde geboren am 21. September 1415 in Innsbruck geboren. Der Sohn des Erzherzogs Ernst "dem Eisernen" wurde 1440 zum deutschen König gewählt. Es ist auch seinem Schaffen zu verdanken, dass das unselige Räuber-Konzil von Basel, das sich eigenmächtig über den Papst setzte und damit fast eine Kirchenspaltung verursacht hatte, vom Reich nicht anerkannt wurde. Im Wiener Konkordat wurde beschlossen, dass der Papst über dem Konzil steht.
Friedrich III. wurde 1452 zum deutschen Kaiser gekrönt.
Unter seiner Herrschaft blühte das Habsburger Reich auf. Unter seiner Herrschaft wurde das Motto geprägt: "Bella gerant alii, tu felix Austria nube." - "Mögen andere Kriege führen, Du glückliches Österreich heirate." Durch Heirat seines Sohnes mit Maria von Burgund wurde der Einflussbereich des Reiches stark vergrößert.
Er war baulich tätig, baute seine Residenzen Graz, Wiener Neustadt und Linz aus. Manche seiner Bauten sind mit dem Kürzel AEIOU versehen, welches als Abkürzung für "Alles Erdreich ist Österreich untertan" angesehen wird.
Friedrich III. war tatsächlich einer der hervorragendsten Kaisergestalten! Ein echtes Vorbild! |
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 | Thema: Engelbert Dollfuss Mi Nov 26, 2008 11:47 am | |
| Dollfuß, Engelbert, * 4. 10. 1892 Texing (Gemeinde Texingtal, Niederösterreich), 25. 7. 1934 Wien (im Bundeskanzleramt ermordet), Politiker (CS). Nach Teilnahme am 1. Weltkrieg Sekretär des Niederösterreichischen Bauernbundes, 1927 Direktor der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, 1931 Minister für Land- und Forstwirtschaft, 1932-34 Bundeskanzler und Außenminister. Dollfuß schaltete im März 1933 das Parlament aus, verbot 1933 die NSDAP, die Kommunistische Partei und den Republikanischen Schutzbund, 1934 nach den Februarkämpfen auch die Sozialdemokratische Partei und ließ als einzigen politischen Willensträger die Vaterländische Front zu. Er regierte mit Notverordnungen und führte das Standrecht und die Todesstrafe wegen des nationalsozialistischen Terrors ein. Er schuf mit der Maiverfassung 1934 einen autoritären Ständestaat und stützte sich vor allem auf die katholische Kirche, die Heimwehr und die Bauern. 1934 schloss er mit dem Heiligen Stuhl ein Konkordat und verbündete sich durch die "Römische Protokolle" mit Italien und Ungarn. Er wurde beim nationalsozialistischen Juliputsch ermordet, nachdem schon im Oktober 1933 ein Attentat auf ihn verübt worden war.
Sein Vermächtniss lebt weiter!
[URL=http://www.dhm.de/lemo/html/biograf ien/DollfussEngelbert/]Bo Dollfuß (Deutsches Historisches Museum)
[URL=http://de.wikipedia.org/wiki/Engelb ert_Dollfu%C3%9F]Bio Dollfuß (Wikipedia) |
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 | Thema: Friedrich der Große Mi Nov 26, 2008 11:50 am | |
| Friedrich wird am 24.1.1712 in Berlin als Sohn des Kronprinzen Friedrich Wilhelms I., des späteren Soldatenkönigs, und dessen Gemahlin Sophie Dorothea geboren. Der Vater fordert für Friedrich eine strenge militärische und religiös geprägte Erziehung, die kaum Freiraum für dessen schöngeistigen Neigungen lässt. Sein Erzieher, der Hugenotte J.E. Duhan de Jandun, setzt sich darüber hinweg, und unterrichtet den Kronprinzen auch in Latein, Französisch, Literatur. Als der König davon erfährt, wird Duhan verhaftet, Friedrichs Bibliothek eingezogen. 1728 beginnt Friedrich heimlich mit dem Flötenunterricht bei J.J. Quantz. Die Konflikte zwischen dem tyrannischen, nur aufs Militärische und aufs Ökonomische fixierten Vater und dem Kronprinzen spitzen sich immer mehr zu. Brutale körperliche und seelische Züchtigungen sind an der Tagesordnung und veranlassen den Kronprinzen 1730 zu einem Fluchtversuch, der vereitelt wird. Das vom König eingesetzte Militärgericht verweigert ein Todesurteil für den Kronprinzen. Um ein Exempel zu statuieren, wird dessen Freund und Helfer Hans Hermann von Katte vor den Augen Friedrichs in Küstrin hingerichtet. Der Kronprinz, zunächst arretiert, wird ab 1731 in Küstrin in das Verwaltungswesen eingeführt, erhält dann 1732 als Oberst eines Infanterieregiment in Neuruppin. Am 12.6.1733 findet auf Befehl des Vaters die Heirat mit Elisabeth Christine von Braunschweig-Bevern statt. 1736 zieht das Paar ins Schloss Rheinsberg, ein Geschenk des Vaters. Hier im Schloss, das von Knobelsdorff um- und ausgebaut wird, verlebt Friedrich in geistvoller, kunstliebender Gesellschaft seine unbeschwertesten Jahre. Sein Interesse an seiner Gattin ist minimal, seine Zuneigung gehört eher dem männlichen Geschlecht, ohne das jemals geklärt wurde ob Friedrich homosexuelle Beziehungen unterhielt. 1738 komponiert Friedrich seine erste Sinfonie, der Komponist C.H. Graun ist seit 1735 in seinen Diensten. 1739 schreibt Friedrich, der bereits mit Voltaire korrespondiert, den “ Antimachiavell“, einen Tugendkatalog des aufgeklärten Idealmonarchen, den er wenig später selbst ad absurdum führt. Am 31.5.1740 wird Friedrich II. nach dem Tod seines Vaters preußischer König. Er erfüllt zunächst die Erwartungen an einen aufgeklärten Monarchen mit zahlreichen populären Reformen und Aktivitäten. Er ordnet die Abschaffung der Folter und des Ertränkens von Kindesmörderinnen an, verfügt, dass staatliches Getreide zu geringen Preisen an die Bevölkerung verkauft wird, hebt die Zensur auf, gründet eine deutsche und eine französische Zeitung, veranlasst, dass Geistesgrößen in die Residenz geholt und Akademien wieder arbeitsfähig werden, lässt den Bau eines Opernhauses vorbereiten. Seine Gemahlin Elisabeth Christine verbannt ins Schönhausener Schloss im Norden Berlins. Eheliche Beziehungen finden nicht statt, die Ehe bleibt kinderlos. Im Oktober 1740 tritt mit dem Tod von Kaiser Karl VI. eine Wende ein, die sowohl Friedrichs Leben als auch die Existenz Preußens entscheidend beeinflussen wird. Friedrich, der die Thronfolge der Kaisertochter Maria Theresia nicht anerkennt, beginnt am 16. Dezember den 1.Schlesischen Krieg und annektiert die österreichische Provinz Schlesien. Am 11.6. 1742 wird im Berliner Frieden Preußen der größte Teil Schlesiens und die Grafschaft Glatz zugesprochen. Noch im Winter 1742 findet die Einweihung der königlichen Oper in Berlin statt. Am 7.Juni 1744 besetzt Friedrichs Armee Ostfriesland, im August beginnt er den 2.Schlesischen Krieg, der am 24.12.1745 durch den Frieden zu Dresden, der den schlesischen Besitz erneut bestätigt, beendet wird. Bei der Rückkehr nach Berlin wird Friedrich erstmals als "Der Große“ bezeichnet. 1746 veranlasst Friedrich II. den Beginn einer Justizreform. Am 1.Mai 1747 wird Schloss Sanssouci, nach Plänen des Königs von Knobelsdorff erbaut, eingeweiht. 1747 beginnt der Trockenlegung des Oderbruchs die 1753 abgeschlossen wird. Bis 1786 finden über 300.000 Kolonisten im Königreich in ähnlich kultivierten Gebieten eine neue Heimat. 1748 erfolgt das Verbot des Bauernlegens, das nur zögerlich umgesetzt wird. Von 1750 bis 1753 hält sich Voltaire in Sanssouci auf. Friedrich und er trennen sich im Streit. Am 29.8.1756 beginnt Friedrich II. den 3.Schlesischen Krieg, auch der Siebenjährige genannt. Preußen steht der übermächtigen Phalanx der drei Großmächte Österreich, Russland und Frankreich gegenüber. Das Ende seiner Existenz scheint unausweichlich, als „das Mirakel des Hauses Brandenburg“, der Tod der Zarin Elisabeth, Preußen rettet. Ihr Nachfolger Peter III., ein Verehrer Friedrichs, schließt einen Waffenstillstand, der Friede von Hubertusburg am 15.2.1763 bestätigt endgültig den schlesischen Besitz. Friedrich, in den Kriegen frühzeitig gealtert, erhält im Volk den Beinamen, der „Alte Fritz“. 1766 gründet der König mit französischen Spezialisten eine neue Steuerbehörde, die “Regie“. Sie soll mit einem ausgeklügeltem System und einer für die einfachen Leute unerträglichen Besteuerung vieler Waren und Genussmittel des täglichen Bedarfs dafür sorgen, dass die vom Krieg ausgeplünderten Kassen wieder aufgefüllt werden. 1769 wird der Bau des Neuen Palais in Potsdam, der einzige Repräsentativbau unter Friedrich II., beendet. 1770 bestätigt der König Immanuel Kant, den er ansonsten ignoriert, als Professor in Königsberg. 1772 erhält Preußen bei der ersten polnischen Teilung Westpreußen und andere Gebiete. Friedrich darf sich nun „ König von Preußen“ nennen. 1778 marschieren preußisch-sächsische Truppen zur Unterstützung bayerischer Ansprüche in Böhmen ein. Der Feldzug bleibt ergebnislos. Die letzten Jahre des Königs sind geprägt durch schriftstellerisch-historisch-philosophische Arbeiten, aber auch durch von Altersmüdigkeit geprägter Lyrik. Die Reform des allgemeinen Landrechts bleibt 1784 im Entwurfsstadium stecken. Der kinderlose König bestimmt seinen Neffen, Friedrich Wilhelm, von dem er allerdings nicht viel hält, zum Nachfolger. Am 17.8.1786 stirbt Friedrich II. in Sanssouci. Er wird, anders als von ihm angeordnet, in der Potsdamer Garnisonkirche beigesetzt. Erst 1991 wird der Sarg nach mancherlei Irrfahrten auf der Terasse in Sanssouci neben den Jagdhunden des Königs beigesetzt. Friedrich II. hinterlässt eine Armee von 150.000 Mann, eine gut funktionierende Verwaltung und einen trotz der Kriegsverluste beträchtlichen Staatsschatz.  |
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