[s.Beitrag Teil1 / oben]»Es ist an der Zeit
festzustellen, daß die Sozialdemokratische Partei 1945
lungere Zeit die einzige gewesen ist, die sich in Deutschland und vor der
Weltöffentlichkeit gegen die Oder-Neiße-Linie gewandt hat." am 1.3. 1951
in Berlin:
»lch erkläre: Die Deutsche
Sozialdemokratie hat 1945 als erster Faktor Deutschland und der Welt erklärt:
Die Oder-Neißc-Linie ist unannehmbar als Grenze. Ich erkläre weiter: Keine
deutsche Regierung und keine deutsche Partei kann bestehen, die die
Oder-Neiße-Linie anerkennen will. Wir lehnen es ab, uns in die Politik des Nationalverrats
und des Verrats an Menschheitsideen durch die Kommunisten, durch die pseudobürgerlichen
Satelliten in der Zone und durch die Sowjets verstricken zu lassen."
Im Aktionsprogramm des SPD-Parteitags in Dortmund, 28. 9. 1952, bzw. Berlin, 24. 7. 1954, heißt es: "Die Regelung der Gebiets- und Grenzfragen Deutschlands
bleibt diesem Friedensvertrag vorbehalten. Keine Regierung von Teilen
Deutschlands darf durch Abmachungen mit den Besatzungsmächten Entscheidungen
über diese Frage vorwegnehmen. Die Abtrennung von Gebieten, die 1937 zu
Deutschland gehörten, hat nicht neues Recht, sondern neues Unrecht geschaffen.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands erkennt sie weder im Osten
noch im Westen an.«
Der Vorsitzende der
CDU/CSU-Fraktion
Heinrich von Brentanozur Regierungserklärung vom 20. Oktober 1953: "Ich
habe es begrüßt, daß der Herr Bundeskanzler in seine Ausführungen über die
Wiedervereinigung Deutschlands auch einen klaren Hinweis darauf aufgenommen
hat, daß
Bundestag und
Bundesregierung niemals bereit sein werden, die sogenannte Oder-Neiße-Linie
auzuerkennen.
Das Recht der deutschen
Menschen auf ihr Heimat auch jenseits der Oder-Neiße-Linie ist unverzichtbar.
Das auszusprechen scheint mir gerade jetzt notwendig, nachdem die Sowjetunion
ihrer Deutschlandnote vom August 1953 erneut die bekannten
Grundzüge eines Entwurfs für einen Friedensvertrag mit Deutschland beigefügt
hat, in denen es heißt: >Das Gebiet Deutschlands ist durch die Grenzen
festgelegt, die von den Großmächten auf der Potsdamer Konferenz bestimmt
wurden. < Die Oder-Neiße-Linie wurde nicht als
Grenze festgelegt."
Bundesminister
von Merkatz zur Regierungserklärung
vom 20. Oktober 1953:
"Das Recht auf die
Heimat und die Rechte in der Heimat sollten überhaupt zur Grundlage der
künftigen Völkerrechtsordnung gemacht werden. Aus diesem Zentralprinzip ergeben
sich die konstruktiven Möglichkeiten vor allem auch für die Lösung der Fragen,
die mit der Oder-Neiße-Linie zusammenhängen. Ich darf mir im Zusammenhang mit
der Begründung unseres Antrags zur Ostpolitik nähere Darlegungen noch vorbehalten,
sage aber hier ganz deutlich: Wir sind nicht nur nicht bereit, die Linie der
Oder-Neiße anzuerkennen, sondern wir sind auch nicht bereit,
auf deutsches Gebiet zu verzichten, d. h. den
Verzicht
auf das Recht auf die Heimat und in der Hei-mat auszusprechen."Der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende
Herbert Wehner1. im Deutschen Bundestag am 14. 9. 1950: "Das deutsche Volk sieht in der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie . . .
in der Mißachtung des Schicksals und des Heimatrechts der Vertriebenen
Verbrechen an Deutschland und gegen die Menschlichkeit."
2. in
der Festschrift zum Schlesier-Treffen vom
7.-9.6. 1963: »Wir
verzichten als Deutsche im freien Teil Deutschlands auf keinen unserer
Ansprüche; weder auf den, als
einVolk in einem demokratischen Staat zu leben, noch auf den, daß die Grenzen in
einem Friedensvertrag mit einer Vertretung des ganzen deutschen Volkes
festzulegen sind. Das sind unsere beiden Ansprüche, die wir etwa deshalb nicht
aufgeben, weil wir unverbesserlich Gestrige wären, sondern weil wir uns mit
aller Bescheidenheit, die uns ansteht, mitverantwortlich fühlen für die Zukunft
nicht nur des eigenen Volkes, sondern auch Europas und darüber hinaus."
3. mit
dem
SPD-Vorsitzenden E. Ollenhauer und W. Brandt in dem Aufruf der SPD zum
Schlesier-Treffen vom 7.-9.6. 1963: »Breslau - Oppeln — Gleiwitz —
Hirschberg — Glogau — Grünberg: das sind nicht nur
Namen, das sind lebendige Erinnerungen, die in den Seelen von Generationen
verwurzelt sind und unaufhörlich an unser Gewissen klopfen.
Verzicht ist Verrat, wer sollte das
bestreiten: Hundert Jahre SPD heißt vor allem 100
Jahre Kampf für das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Das Recht auf Heimat
kann man nicht für ein Linsengericht verhökern - niemals darf hinter dem
Rücken der aus ihrer Heimat vertriebenen oder geflüchteten Landsleute
Schindluder getrieben werden . . .«
4. auf
dem Kongreß der ostdeutschen Landesvertretungen in Bonn am 22. 3. 1964:
"Was aber gewönne die
Welt, wenn die Deutschen sich dazu überreden oder übertölpeln ließen, zu heucheln
und anzugeben, daß geraubtes,
vorenthaltenes oder mißhandeltes Recht nicht mehr so genannt werden soll?... Sie
gewönne vielleicht oder höchstens eine zeitweilige Betäubung, aber sie wäre
damit Opfer einer Täuschung."
Bundeskanzler
Ludwig Erhard auf demselben Kongreß:
"Für unser außenpolitisches Handeln gegenüber unseren Nachbarn im Osten
kann die Grundlage nur die Wahrung des Rechts sein. Wir erheben gewiß keine
Forderungen auffremdes Staatsgebiet. Aber wir verzichten nicht - und
können angesichts der Verantwortung vor dem deutschen Volk, dem Recht und der
Geschichte auch nicht verzichten auf Gebiete, die die angestammte Heimat so
vieler unserer Brüder und Schwestern sind.. . Das Recht kann nicht nur
für eine bestimmte Gruppe von Völkern, es muß für alle gelten. Die Vertreibung
von Millionen Deutscher aus ihrer seit Jahrhunderten angestammten Heimat hat
keine neuen Rechtsrealitäten geschaffen. Aus Unrecht kann niemals Recht
werden."
FDP-Vorsitzender
Walter Scheel am 7.2. 1969
(in
Publik)auf die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze angesprochen: »Es sind
Maximalforderungen eines Verhandlungspartners, mit dem wir möglicherweise zu
tun haben. Ich bin aber noch nie in eine Verhandlung in der bedrückenden
Erkenntnis gegangen, daß ich die Maximalforderungen des anderen annehmen werde;
wie käme ich dazu!"
Bundeskanzler
Helmut Kohl am
22.4.1983 in
London zum Warschauer Vertrag:
"Dieser Vertrag ist
kein Friedensvertrag. Er ist kein Grenzvertrag. Er steht unter dem klaren
völkerrechtlichen Vorbehalt, daß er eben kein Friedensvertrag ist und daß eine
endgültige Regelung dieser Frage nur ein Friedensvertrag treffen kann."
6. Erklärungen ausländischer PolitikerAls der britische
Außenminister A. Eden aus Moskau mit sowjetischen Gebietsforderungen zurückkam,
schrieb ihm Premierminister
W.S.Churchillam 8. Januar 1942: »Doch keine britische Regierung, an deren Spitze ich
stehe, darf einen Zweifel offen lassen, daß sie sich an die Grundsätze der
Freiheit und der Demokratie gebunden erachtet, die in der Atlantik-Charta
niedergelegt sind, und daß diese Grundsätze ganz besondere Geltung haben, wenn
Fragen territorialer Verschiebungen zur Debatte stehen. Meine Auffassung geht
deshalb dahin, den Russen mitzuteilen, daß alle Grenzfragen der Entscheidung
der Friedenskonferenz vorbehalten bleiben müssen.« (W.S.Churchill,
Der Zweite Weltkrieg, Bd. 111/2,
S. 368)
US-Außenminister
F.Byrnes am
6.9. 1946 in
Stuttgart zum Potsdamer Protokoll von
1945: »Die
Spitzen der Regierungen waren sich darüber einig, daß vor einer endgültigen
Regelung der polnischen Westgrenze Schlesien und andere deutsche Ostgebiete der
Verwaltung des polnischen Staates unterstellt und daher nicht als Teil der
sowjetischen Besatzungszone angesehen werden sollten. Wie aber aus dem Protokoll,der Potsdamer Konferenz klar
hervorgeht, kamen die Spitzen der Regierungen nicht überein, bei einem
Friedensvertrag die Abtretung dieser bestimmten Gebiete zu unterstützen.«
Präsident von Malawi,
Dr. Hastings Kamuzu Banda (Bulletin der Deutschen Bundesregierung
vom 8. 6. 1968): »Wenn ich mir vorstelle, daß Brandenburg,
Königsberg, besonders Brandenburg, die Wiege des Hohenzollernstaates, heute außerhalb
Deutschlands liegen, dann kann ich mir nicht vorstellen, daß ein Deutscher oder
irgendeiner, in dessen Adern deutsches Blut fließt, dies als endgültige Lösung
der europäischen Frage hinnimmt. Nein! Dafür weiß ich ein bißchen zuviel von
Ihrer Geschichte.«
Der sowjetische
Außenminister
Andrej Gromykoerklärte am 29. Juli 1970 gegenüber Bundesaußenminister
Walter Scheel zur Frage der Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Grenze:
»Wir sind Ihnen
entgegengekommen in der Grenzfrage, als wir den Begriff Anerkennung fallen
gelassen haben. Das war für uns ein komplizierter und politisch schmerzhafter Prozeß.« (D.
Blumenwitz in
Handbuch zur Deutschen
Nation, Bd. l, S. 280, Tübingen 1986)
ZK-Mitglied und
Gorbatschow-Berater
Vadirn Sagladinam 20. 3. 1990 in Madrid: »Wir wollen kein neues
Versailles. Jedermann weiß, daß das Hitler bedeutet hat.«
(Rhein-Neckar-Zeitung21.3.1990)
Diese Beiträge sind auch hier
http://preussen.forum8.biz/der-staat-brd-und-seine-vertreter-f17/verfassung-regierung-bundesrat-t173.htm#367 erschienen!